Das Wichtigste in Kürze
- 20.000 I.E. sind 500 µg Vitamin D. Auf die Woche verteilt sind das rund 2.857 I.E. oder 71 µg pro Tag.
- Ein Arzneimittel-Schema: Laut Fachinformation dient 1 Kapsel mit 20.000 I.E. pro Woche der Anfangsbehandlung eines klinisch relevanten Mangels, meist für 4 bis 5 Wochen.
- Verschreibungspflichtig: Vitamin-D-Arzneimittel mit einer angegebenen Tagesdosis über 1.000 I.E. gibt es nur auf Rezept.
- Ohne Verordnung lieber täglich und niedrig: Das BfR rät von hohen Einzeldosen über Nahrungsergänzungsmittel ab und empfiehlt höchstens 20 µg pro Tag.
- Sehr große Abstände sind nicht besser: 60.000 I.E. im Monat oder 500.000 I.E. im Jahr waren in Studien mit mehr Stürzen verbunden.
1. Die kurze Antwort
Vitamin D mit 20.000 I.E. pro Woche ist ein Arzneimittel-Schema zur Anfangsbehandlung eines festgestellten Mangels, meist für 4 bis 5 Wochen; auf den Tag gerechnet sind das rund 71 µg – ohne ärztliche Verordnung empfiehlt das BfR stattdessen täglich höchstens 20 µg aus Nahrungsergänzungsmitteln.
Wochendosen klingen praktisch: eine Kapsel, sieben Tage Ruhe. Bei Vitamin D sind sie aber vor allem dann üblich, wenn eine Praxis einen Mangel festgestellt hat und ihn gezielt ausgleichen will.[2] Für die alltägliche Ergänzung ohne Befund sieht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hohe Einzeldosen kritisch.[3]
20.000 I.E. Vitamin D – umgerechnet
Umrechnung 1 µg = 40 I.E. (DGE). Quellen: DGE-Referenzwerte Vitamin D; BfR-Stellungnahme Nr. 031/2025.
2. Wie viel sind 20.000 I.E. pro Tag?
20.000 I.E. entsprechen 500 µg Vitamin D; auf sieben Tage verteilt sind das rund 2.857 I.E. oder etwa 71 µg pro Tag – mehr als das Dreifache des DGE-Schätzwerts von 20 µg, aber unter der EFSA-Obergrenze von 100 µg für die tägliche Zufuhr.
Die Umrechnung ist einfach: 1 µg Vitamin D entspricht 40 I.E.[5] Wie die Wochenmenge zu den offiziellen Werten steht, zeigt die Grafik. Eine Einschränkung macht das BfR: Die Obergrenze von 100 µg pro Tag gilt für die tägliche Zufuhr und ist auf Bolusdosen, die im Abstand von Tagen oder Wochen genommen werden, nicht direkt anwendbar.[3] [4]
Wochendosis auf den Tag gerechnet – im Vergleich
Quellen: DGE; BfR 031/2025; EFSA 2023. Wichtig: Laut BfR ist die tägliche Obergrenze auf Bolusdosen nicht direkt anwendbar, weil sie nicht täglich genommen werden.
Eigene Wochen- oder Tagesmengen rechnest du im Wochendosis-Rechner um. Alle Tagesmengen im Überblick: Vitamin D Dosierung: wie viel pro Tag?
3. Warum 20.000 I.E. ein Arzneimittel sind
Arzneimittel mit Colecalciferol sind in Deutschland verschreibungspflichtig, wenn auf der Packung eine Tagesdosis über 1.000 I.E. angegeben ist; Präparate wie Dekristol 20.000 I.E. sind laut Fachinformation für die Anfangsbehandlung klinisch relevanter Vitamin-D-Mangelzustände bei Erwachsenen bestimmt.
Die Arzneimittelverschreibungsverordnung nimmt Colecalciferol nur dann von der Rezeptpflicht aus, wenn auf der Packung eine Tagesdosis bis zu 1.000 I.E. angegeben ist.[1] Die Fachinformation von Dekristol 20.000 I.E. nennt als Anwendungsgebiet die Anfangsbehandlung klinisch relevanter Mangelzustände, als Dosis 1 Weichkapsel pro Woche und eine Anwendung, die üblicherweise auf 4 bis 5 Wochen begrenzt ist. Danach kann die Praxis je nach Blutwert niedriger weiterdosieren.[2]
Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich Lebensmittel und durchlaufen kein Zulassungsverfahren.[3] Deshalb gibt es im Handel auch Produkte mit hohen Einzeldosen – genau diese hat das BfR 2025 bewertet.
4. Was das BfR zu hohen Einzeldosen sagt
Das BfR sieht bei Nahrungsergänzungsmitteln mit hohen Vitamin-D-Einzeldosen im Abstand von Tagen oder Wochen gesundheitliche Risiken, empfiehlt im Bedarfsfall ein niedriger dosiertes Präparat täglich und rät, Bolusdosen nur auf ärztliche Anweisung und unter ärztlicher Kontrolle einzunehmen.
In seiner Stellungnahme Nr. 031/2025 nennt das BfR drei Gründe:[3]
- Blutwerte: Mit hohen Bolusdosen können Vitamin-D-Spiegel erreicht werden, die in Studien mit gesundheitlichen Risiken einhergingen – besonders bei Menschen, die schon gut versorgt sind.
- Stürze und Brüche: Bei sehr hohen Bolusdosen kann sich das Risiko von Stürzen und Knochenbrüchen erhöhen.
- Einnahmefehler: Wochen- oder Mehrtagesdosen können versehentlich häufiger genommen werden als vorgesehen, etwa täglich statt alle 7 Tage.
Die Stellungnahme betrifft ausdrücklich Nahrungsergänzungsmittel, nicht ärztlich verordnete Arzneimittel.[3] Auch die Verbraucherzentrale schreibt: Sind hohe Dosen medizinisch ratsam, sollten sie über ärztlich verordnete Arzneimittel gegeben werden.[9]
5. Täglich oder wöchentlich: was Studien zeigen
Für den Blutwert scheint der Rhythmus bei gleicher Gesamtmenge wenig auszumachen; sehr hohe Einzeldosen in großen Abständen – 60.000 I.E. im Monat oder 500.000 I.E. im Jahr – waren in Studien mit älteren Menschen aber mit mehr Stürzen verbunden.
Gleicher Blutwert: In einer Studie mit 48 Frauen (im Mittel 81 Jahre) nach Hüftbruch stieg 25(OH)D mit 1.500 I.E. täglich, 10.500 I.E. wöchentlich oder 45.000 I.E. alle 28 Tage nach zwei Monaten ohne signifikanten Unterschied an.[6] Eine Studie, die genau 20.000 I.E. pro Woche mit derselben Tagesmenge vergleicht, haben wir nicht gefunden.
Mehr Stürze bei großen Abständen: In einer Studie mit 200 Menschen ab 70 Jahren stürzten unter 60.000 I.E. einmal im Monat 66,9 Prozent, unter 24.000 I.E. monatlich 47,9 Prozent.[8] In einer Studie mit 2.256 Frauen ab 70 Jahren führte eine Jahresdosis von 500.000 I.E. zu mehr Stürzen (Rate Ratio 1,15) und mehr Knochenbrüchen (Rate Ratio 1,26) als Placebo.[7]
Was Studien zu großen Abständen zeigen
Quellen: Ish-Shalom et al., J Clin Endocrinol Metab 2008; Bischoff-Ferrari et al., JAMA Intern Med 2016; Sanders et al., JAMA 2010.
Diese Studien untersuchten deutlich größere Abstände als eine Woche. Sie zeigen aber, warum Behörden zur Vorsicht bei hohen Einzeldosen raten.

6. Wenn die Praxis eine Wochendosis verordnet
Eine verordnete Wochenkapsel nimmst du laut Fachinformation mit ausreichend Flüssigkeit zur Hauptmahlzeit, am besten immer am selben Wochentag, ohne zusätzliche Vitamin-D-Präparate und für die Dauer, die die Praxis festlegt – üblich sind 4 bis 5 Wochen.
Wenn die Praxis 20.000 I.E. pro Woche verordnet
- 1Fester Wochentag, zum Beispiel jeden Sonntag – das verhindert doppelte oder vergessene Kapseln.
- 2Zur Hauptmahlzeit mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen.
- 3Keine weiteren Vitamin-D-Präparate, auch kein Multivitamin mit Vitamin D ohne Rücksprache.
- 4Dauer und Blutwert mit der Praxis klären – üblich sind 4 bis 5 Wochen, danach oft eine niedrigere Dosis.
Quelle: Fachinformation Dekristol 20.000 I.E. Weichkapseln (Stand 04.2024); BfR 031/2025 zu Einnahmefehlern. Ersetzt keine ärztliche Beratung.
Vitamin D ist fettlöslich – darum die Hauptmahlzeit. Mehr dazu in Vitamin D morgens oder abends? und Vitamin D und Kaffee. Wie ein Mangel festgestellt wird, steht in Vitamin-D-Mangel erkennen; den Blutwert rechnest du im Blutwert-Rechner von ng/ml in nmol/l um.

Zur Einordnung unserer Kapseln: Unsere Vitamin D3 + K2 Kapseln (laborgeprüft) sind ein Nahrungsergänzungsmittel für die tägliche Einnahme mit 50 µg Vitamin D3 pro Kapsel – kein Arzneimittel und nicht zur Behandlung eines Mangels gedacht. 50 µg liegen über dem BfR-Vorschlag von 20 µg, aber unter der EFSA-Obergrenze. Nicht zusammen mit einer verordneten Vitamin-D-Wochendosis einnehmen.
7. Wer besonders aufpassen muss
Die Fachinformation nennt als Gegenanzeigen unter anderem erhöhtes Calcium in Blut oder Urin, Nierensteine und schwere Niereninsuffizienz; Vorsicht gilt bei Sarkoidose, Thiazid-Diuretika und Herzglykosiden.
- Gegenanzeigen: Hyperkalzämie, Hyperkalzurie, Hypervitaminose D, Nierensteine, Nephrokalzinose, schwere Niereninsuffizienz, Überempfindlichkeit (auch gegen Erdnuss oder Soja) sowie die gleichzeitige Einnahme anderer Vitamin-D-Arzneimittel.[2]
- Sarkoidose: nur mit Vorsicht und mit Kontrolle der Calciumwerte.[2]
- Thiazid-Diuretika: erhöhen das Risiko eines zu hohen Calciumspiegels.[2]
- Herzglykoside (Digitalis): Vitamin D kann deren Wirksamkeit und Toxizität erhöhen; die Praxis kontrolliert EKG und Calcium.[2]
Wer zu viel erwischt hat oder Zeichen eines erhöhten Calciumspiegels bemerkt, findet die Einordnung in Kann man Vitamin D überdosieren?
Hinweise: Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Verordnete Medikamente nicht eigenmächtig absetzen oder ändern. Hohe Vitamin-D-Dosen bitte nicht auf eigene Faust einnehmen. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.
Weiterlesen: Vitamin D Ratgeber · Vitamin D im Winter · Vitamin D ab 60
Häufige Fragen
Wie viel sind 20.000 I.E. Vitamin D pro Tag?
20.000 I.E. entsprechen 500 µg Vitamin D. Auf sieben Tage verteilt sind das rechnerisch rund 2.857 I.E. oder etwa 71 µg pro Tag.
Sind 20.000 I.E. Vitamin D pro Woche zu viel?
Als ärztlich verordnete Anfangsbehandlung eines festgestellten Mangels ist eine Kapsel mit 20.000 I.E. pro Woche ein übliches Schema, laut Fachinformation meist für 4 bis 5 Wochen. Ohne Verordnung rät das BfR von hohen Einzeldosen ab und empfiehlt im Bedarfsfall täglich eine niedrigere Menge, höchstens 20 µg aus Nahrungsergänzungsmitteln.
Ist Vitamin D 20.000 I.E. verschreibungspflichtig?
Arzneimittel mit Colecalciferol sind verschreibungspflichtig, wenn auf der Packung eine Tagesdosis über 1.000 I.E. angegeben ist. Die Fachinformation von Dekristol 20.000 I.E. weist das Arzneimittel als verschreibungspflichtig aus. Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich Lebensmittel und fallen nicht unter diese Regel.
Ist eine Wochendosis genauso gut wie die tägliche Einnahme?
Für den Blutwert gibt es Hinweise darauf: In einer Studie mit 48 älteren Frauen stieg 25(OH)D mit täglicher, wöchentlicher oder monatlicher Gabe derselben Gesamtmenge ähnlich an. Sehr hohe Einzeldosen in großen Abständen waren in anderen Studien dagegen mit mehr Stürzen verbunden.
Wann nehme ich die Wochenkapsel am besten ein?
Laut Fachinformation von Dekristol 20.000 I.E. mit ausreichend Flüssigkeit, vorzugsweise zur Hauptmahlzeit des Tages. Ein fester Wochentag hilft, die Kapsel nicht doppelt oder gar nicht zu nehmen.
Darf ich zusätzlich ein Vitamin-D-Präparat nehmen?
Nicht ohne Rücksprache. Die Fachinformation nennt die gleichzeitige Einnahme anderer Vitamin-D-Arzneimittel als Gegenanzeige, und auch Nahrungsergänzungsmittel und Multivitamine zählen mit.
Wie lange nimmt man 20.000 I.E. pro Woche?
Laut Fachinformation ist die Anwendung üblicherweise auf 4 bis 5 Wochen begrenzt; danach entscheidet die Praxis abhängig vom Blutwert über eine niedrigere Dosis. Verordnete Medikamente nicht eigenmächtig absetzen oder ändern.
Quellen
Die Angaben in diesem Artikel stützen sich auf die folgenden Quellen. Zu jeder Quelle steht, welche Aussage sie belegt.
-
Bundesministerium der Justiz: „Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (AMVV), Anlage 1, Eintrag Colecalciferol“, zuletzt geändert 19.05.2026.
Belegt: Colecalciferol ist verschreibungspflichtig, ausgenommen Zubereitungen zur Anwendung bei Menschen mit angegebener Tagesdosis bis zu 1.000 I.E. -
fachinfo.de: „Fachinformation Dekristol 20 000 I.E. Weichkapseln“, Stand der Information 04.2024.
Belegt: Anfangsbehandlung klinisch relevanter Vitamin-D-Mangelzustände bei Erwachsenen; 1 Weichkapsel wöchentlich; üblicherweise 4–5 Wochen; zur Hauptmahlzeit; Gegenanzeigen, Sarkoidose, Thiazide, Herzglykoside; verschreibungspflichtig. -
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): „Einnahme hoher Einzeldosen Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel im Abstand von Tagen oder Wochen birgt gesundheitliche Risiken“, Stellungnahme Nr. 031/2025, 03.09.2025, aktualisiert 30.10.2025.
Belegt: Risiken hoher Bolusdosen, Stürze und Brüche, Einnahmefehler; im Bedarfsfall täglich niedriger dosieren; höchstens 20 µg pro Tagesdosis in NEM; Bolusdosen nur ärztlich; UL nicht auf Bolusdosen anwendbar; NEM sind Lebensmittel. -
EFSA Panel on Nutrition (NDA): „Scientific opinion on the tolerable upper intake level for vitamin D“, EFSA Journal 2023;21(8):8145.
Belegt: Tolerierbare Obergrenze 100 µg Vitamin D pro Tag für Erwachsene. -
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): „Vitamin D“, DGE-Referenzwerte.
Belegt: Schätzwert 20 µg pro Tag bei fehlender Eigensynthese; 1 µg = 40 I.E. -
Ish-Shalom S et al.: „Comparison of daily, weekly, and monthly vitamin D3 in ethanol dosing protocols for two months in elderly hip fracture patients“, J Clin Endocrinol Metab 2008;93(9):3430–3435.
Belegt: 48 Frauen; 1.500 I.E. täglich, 10.500 I.E. wöchentlich oder 45.000 I.E. alle 28 Tage; kein signifikanter Unterschied im 25(OH)D nach 2 Monaten. -
Sanders KM et al.: „Annual high-dose oral vitamin D and falls and fractures in older women: a randomized controlled trial“, JAMA 2010;303(18):1815–1822.
Belegt: 2.256 Frauen ab 70; 500.000 I.E. einmal jährlich; Stürze IRR 1,15 (1,02–1,30), Brüche IRR 1,26 (1,00–1,59). -
Bischoff-Ferrari HA et al.: „Monthly High-Dose Vitamin D Treatment for the Prevention of Functional Decline: A Randomized Clinical Trial“, JAMA Intern Med 2016.
Belegt: 200 Personen ab 70 mit Sturz in der Vorgeschichte; Stürze 47,9 % (24.000 I.E./Monat) vs. 66,9 % (60.000 I.E./Monat). -
Verbraucherzentrale: „Kann man Vitamin D überdosieren?“, FAQ, Stand 27.02.2025.
Belegt: Hohe Vitamin-D-Dosen aus medizinischen Gründen über ärztlich verordnete Arzneimittel.
Quellen geprüft am 29.10.2026.
Geschrieben und recherchiert von Yuri Koch. Inhaltlich geprüft auf Konformität mit der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Stand: Oktober 2026.