Einnahme

Vitamin D morgens oder abends? Was der Zeitpunkt wirklich ausmacht

Für die Uhrzeit gibt es keine belastbare Empfehlung – entscheidend sind eine Mahlzeit mit etwas Fett und die tägliche Routine. Wir ordnen die Studien zu Fett, Schlaf und Wochendosen ein.

von Yuri Koch Lesezeit: 16 Minuten
Vitamin-D-Kapsel zum Frühstück und zum Abendessen
Vitamin-D-Kapsel zum Frühstück und zum Abendessen

Kurze Antwort: Ob du Vitamin D morgens oder abends einnimmst, ist nach heutigem Stand zweitrangig – es gibt keine Studie, die einen Vorteil für eine bestimmte Uhrzeit belegt. Was in Untersuchungen einen Unterschied gemacht hat, ist die Mahlzeit: Vitamin D ist fettlöslich und wurde zu einer fetthaltigen Mahlzeit besser aufgenommen als ohne Fett. Nimm es also zu der Mahlzeit, die du jeden Tag zuverlässig isst – ob das Frühstück oder Abendessen ist, entscheidet dein Alltag.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für die Tageszeit gibt es keine belastbare Empfehlung. Der Blutwert 25(OH)D hat eine Halbwertszeit von rund 15 Tagen – ob die Kapsel um 8 oder um 19 Uhr kommt, gleicht sich aus.
  • Die Mahlzeit zählt mehr als die Uhr. In einer randomisierten Studie lag der Vitamin-D3-Spitzenwert im Blut nach einer fetthaltigen Mahlzeit 32 % höher als nach einer fettfreien.
  • Die These „Vitamin D abends stört den Schlaf“ ist nicht belegt. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Spiegel und Melatonin – aber keine Studie, die Einnahmezeitpunkte verglichen hat.
  • Täglich ist der sichere Standard. Wöchentliche Gaben mit gleicher Gesamtmenge führten in Studien teils zu ähnlichen Blutwerten; von hochdosierten Einzelgaben (Bolus) rät das BfR aber ausdrücklich ab.
  • D3 + K2 zusammen, Magnesium gern am Abend: Für keine dieser Kombinationen gibt es einen belegten Grund, sie zeitlich zu trennen.

1. Vitamin D morgens oder abends: was die Forschung sagt

Die Frage klingt, als gäbe es eine richtige Antwort. Im Netz finden sich beide: „Morgens, weil der Körper Vitamin D natürlicherweise tagsüber durch Sonnenlicht bildet“ und „abends, weil man dann die größte Mahlzeit isst“. Beide Begründungen haben einen wahren Kern – aber keine von beiden stützt sich auf eine Studie, die morgens und abends direkt miteinander verglichen hätte.

Bei der Recherche für diesen Artikel haben wir keine kontrollierte Studie gefunden, die die Tageszeit der Vitamin-D-Einnahme als eigenständigen Faktor untersucht und einen Unterschied beim Blutwert gezeigt hätte. Auch in den Empfehlungen, die wir gesichtet haben – von DGE, BfR, Verbraucherzentrale und Endocrine Society – haben wir keine Vorgabe zur Uhrzeit gefunden.

Was dagegen untersucht wurde:

Frage Studienlage Praktische Bedeutung
Morgens oder abends? Kein direkter Vergleich gefunden Uhrzeit nach Alltag wählen
Mit oder ohne Fett? Mehrere Studien; Aufnahme mit Fett besser, Effekt auf den Langzeit-Blutwert uneinheitlich Zu einer Mahlzeit einnehmen
Mit der größten Mahlzeit? Eine kleine Beobachtung ohne Kontrollgruppe Plausibel, aber schwach belegt
Abends schlechter für den Schlaf? Keine Studie zum Einnahmezeitpunkt; nur indirekte Hinweise Kein Grund zur Sorge, bei Bedarf einfach morgens nehmen
Täglich oder wöchentlich? Mehrere randomisierte Studien; Leitlinien bevorzugen täglich Täglich in moderater Menge

Die ehrliche Antwort auf „wann Vitamin D einnehmen“ lautet also: zu einer Mahlzeit, jeden Tag, zu einem Zeitpunkt, den du nicht vergisst. Die folgenden Abschnitte zeigen, woher diese Einschätzung kommt – und wo die Belege dünner sind, als manche Ratgeber behaupten.

2. Warum die Uhrzeit kaum zählt

Der Grund liegt im Stoffwechsel. Vitamin D3 aus einer Kapsel wirkt nicht direkt, sondern wird in der Leber zu 25-Hydroxyvitamin-D umgewandelt – kurz 25(OH)D. Das ist die Speicher- und Transportform, die auch im Labor gemessen wird. Laut Office of Dietary Supplements der US-Gesundheitsbehörde NIH hat 25(OH)D im Blut eine Halbwertszeit von etwa 15 Tagen.

Das bedeutet: Der Wert baut sich über Wochen auf und fällt über Wochen ab. Eine einzelne Kapsel verschiebt ihn nur minimal, und ob sie morgens oder abends kommt, verschwindet im Rauschen. Das ist ein grundlegender Unterschied zu Stoffen mit kurzer Wirkdauer – etwa Koffein, bei dem die Uhrzeit sehr wohl zählt.

Daraus folgt auch: Einen Tag zu vergessen, ist kein Problem. Du musst die Kapsel am nächsten Tag nicht doppelt nehmen. Entscheidend ist, was über Wochen und Monate zusammenkommt.

Die Tageszeit wird erst dann relevant, wenn sie indirekt etwas anderes bestimmt – nämlich, ob Essen im Magen ist und ob du die Einnahme regelmäßig schaffst. Beides ist individuell. Wer morgens nur einen Kaffee trinkt und erst mittags isst, hat mit einer Frühstücksroutine wenig gewonnen.

3. Nüchtern oder zum Essen? Die Rolle von Fett

Vitamin D ist fettlöslich. Im Darm wird es zusammen mit Nahrungsfetten in kleine Fetttröpfchen (Mizellen) verpackt und aufgenommen. Das NIH-Faktenblatt formuliert es vorsichtig: Fett im Darm verbessert die Aufnahme, etwas Vitamin D wird aber auch ohne Fett aufgenommen. Wie groß der Unterschied ist, haben mehrere Studien untersucht.

Mit der größten Mahlzeit: Mulligan und Licata (2010)

Die Arbeit, auf die sich die Empfehlung „zur Hauptmahlzeit“ meist beruft, erschien 2010 im Journal of Bone and Mineral Research. 17 Patientinnen und Patienten einer Klinikambulanz, die bereits Vitamin D einnahmen, wurden angewiesen, es künftig zur größten Mahlzeit des Tages einzunehmen. Nach zwei bis drei Monaten stieg der mittlere 25(OH)D-Wert von 30,5 auf 47,2 ng/ml – im Schnitt um rund 57 %.

Das klingt eindrucksvoll, hat aber Grenzen: 17 Personen, keine Kontrollgruppe, unterschiedliche Dosierungen. Ob der Anstieg an der Mahlzeit lag, an der Jahreszeit oder schlicht daran, dass die Einnahme nach dem Arztgespräch zuverlässiger wurde, lässt sich daraus nicht sicher ablesen.

Mit oder ohne Fett: Dawson-Hughes und Kollegen (2015)

Aussagekräftiger ist eine randomisierte US-Studie im Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics. 50 Erwachsene ab 50 Jahren erhielten nach zwölf Stunden Fasten eine einmalige Dosis Vitamin D3 – entweder zu einem fettfreien Frühstück oder zu einem Frühstück mit 30 % der Energie aus Fett. Der Spitzenwert von Vitamin D3 im Blut lag in den Fettgruppen um 32 % höher. Welche Art von Fett (eher einfach oder eher mehrfach ungesättigt) es war, machte keinen Unterschied.

Auch hier gilt eine Einschränkung, die die Autorinnen und Autoren selbst nennen: Getestet wurde eine einzelne hohe Dosis, gemessen wurde die Aufnahme über zwölf Stunden – nicht der Blutwert nach Monaten täglicher Einnahme.

Und was ist mit dem Langzeit-Blutwert?

Genau dort wird das Bild weniger eindeutig. Eine weitere Studie derselben Arbeitsgruppe (2013) und eine belgische Crossover-Studie (2016) fanden, dass die Mahlzeit zwar die kurzfristige Aufnahme beeinflusst, der 25(OH)D-Spiegel sich über die Zeit aber kaum unterschied. Diese Studien haben wir im Artikel Vitamin D und Kaffee: Braucht es einen Abstand? ausführlicher eingeordnet.

Fazit für den Alltag: Vitamin D mit Fett einzunehmen, ist sinnvoll und kostet nichts. Es muss aber keine besonders fettreiche Mahlzeit sein – ein normales Frühstück mit Joghurt, Käse, Ei oder Nüssen oder ein gewöhnliches Abendessen reicht. Wer Vitamin D nüchtern nimmt, verschenkt vermutlich etwas, macht aber nichts „kaputt“.

4. Vitamin D abends und Schlaf: die Melatonin-These

Der häufigste Grund, warum Menschen nach „Vitamin D morgens oder abends“ suchen, ist eine Warnung: Vitamin D am Abend könne die Melatoninbildung hemmen und den Schlaf stören. Die Idee klingt logisch – Vitamin D wird in der Haut durch Sonnenlicht gebildet, also tagsüber, und Melatonin ist das Hormon der Dunkelheit. Aber was steckt an Belegen dahinter?

Was es an Daten gibt

Die meistzitierte Untersuchung stammt von Golan und Kollegen (2013). 40 Menschen mit Multipler Sklerose erhielten ein Jahr lang entweder 800 oder 4.370 I.E. Vitamin D3 täglich. In der höher dosierten Gruppe stieg nach drei Monaten der Vitamin-D-Spiegel, und die nächtliche Ausscheidung eines Melatonin-Abbauprodukts im Urin sank. Die Forschenden fanden einen umgekehrten Zusammenhang zwischen Veränderungen des Vitamin-D-Spiegels und der Melatoninausscheidung.

Für die Frage nach der Uhrzeit hilft das aber nicht weiter – aus drei Gründen:

  • Gemessen wurde der Zusammenhang mit dem Blutspiegel, nicht mit dem Einnahmezeitpunkt. Wenn es einen Effekt gibt, hängt er an der Menge über Wochen – und die ist morgens wie abends dieselbe.
  • Es handelte sich um eine kleine Gruppe mit einer Erkrankung, die mit Interferon behandelt wurde. Eine Übertragung auf Gesunde ist nicht möglich.
  • Schlaf selbst wurde nicht untersucht. Ein gesunkener Melatonin-Marker ist nicht dasselbe wie schlechterer Schlaf.

Was Übersichtsarbeiten sagen

Eine systematische Übersichtsarbeit in Nutrients (Abboud, 2022) hat 19 Interventionsstudien zu Vitamin-D-Gaben und Schlaf ausgewertet. Die Arbeit sieht zu Schlafdauer und Schlafstörungen keine ausreichende Datenlage und hält weitere Forschung für nötig. Die Uhrzeit der Einnahme war nicht Gegenstand der Auswertung. Auch eine aktuelle Übersichtsarbeit zu Vitamin D und Schlafregulation (Frontiers in Nutrition, 2025) beschreibt mögliche Verbindungen zum Melatonin-Stoffwechsel, nennt aber keine Studie, die morgens und abends verglichen hätte.

Wichtig für die Einordnung: Für Vitamin D gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zum Schlaf – weder im positiven noch im negativen Sinn. Aussagen wie „Vitamin D verbessert den Schlaf“ oder „Vitamin D abends raubt den Schlaf“ sind wissenschaftlich nicht gesichert.

Praktisch heißt das: Wer Vitamin D abends nimmt und gut schläft, hat keinen Grund umzustellen. Wer den Eindruck hat, abends schlechter einzuschlafen, verlegt die Einnahme probeweise auf Frühstück oder Mittagessen. Das kostet nichts und schadet nicht – nur ein Beleg für einen Effekt ist es eben auch nicht.

5. Vitamin D täglich oder wöchentlich?

Neben der Uhrzeit kommt oft die Frage, ob man Vitamin D auch einmal pro Woche nehmen kann – etwa sonntags die Wochenmenge. Hier gibt es tatsächlich randomisierte Studien, und sie kommen nicht alle zum selben Ergebnis:

Studie Wer Vergleich (gleiche Gesamtmenge) Ergebnis beim Blutwert
Chel et al., Osteoporosis International 2008 Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner 600 I.E. täglich, 4.200 I.E. wöchentlich, 18.000 I.E. monatlich Alle stiegen; täglich wirkte am stärksten
Ish-Shalom et al., J Clin Endocrinol Metab 2008 48 ältere Frauen nach Hüftfraktur 1.500 I.E. täglich, 10.500 I.E. wöchentlich, 45.000 I.E. alle 28 Tage Nach zwei Monaten kein signifikanter Unterschied
Takács et al., Endocrine 2017 64 Erwachsene mit niedrigem Ausgangswert 1.000 I.E. täglich, 7.000 I.E. wöchentlich, 30.000 I.E. monatlich Nach drei Monaten vergleichbarer Anstieg

Beim reinen Blutwert sind wöchentliche Gaben also nicht zwingend schlechter. Trotzdem empfehlen Fachgremien die tägliche Einnahme – und dafür gibt es Gründe:

  • Die Endocrine Society schlägt in ihrer Leitlinie von 2024 für Erwachsene ab 50 Jahren, bei denen eine Vitamin-D-Gabe angezeigt ist, tägliche, niedrigere Dosen statt nicht-täglicher, höherer Dosen vor.
  • Die Verbraucherzentrale schreibt, die tägliche Einnahme sei Depotprodukten, die nur alle paar Tage oder Wochen genommen werden, vorzuziehen – auch wegen des Risikos von Einnahmefehlern.
  • Das BfR rät, auf hochdosierte Bolusgaben zu verzichten, weil sehr hohe Einzeldosen in Studien mit einem erhöhten Sturzrisiko verbunden waren.

Der bekannteste Beleg für das letzte Argument ist eine australische Studie im JAMA (Sanders et al., 2010): Über 2.200 Frauen ab 70 Jahren erhielten einmal jährlich 500.000 I.E. Vitamin D3 oder ein Placebo. In der Vitamin-D-Gruppe traten mehr Stürze und mehr Knochenbrüche auf als in der Placebogruppe; die Sturzrate war vor allem in den ersten drei Monaten nach der Gabe erhöht.

Eine Wochenmenge in moderater Höhe ist etwas anderes als 500.000 I.E. auf einmal. Die Botschaft bleibt aber: Je seltener und je höher die Einzeldosis, desto weniger ist sie ein Fall für die Selbstversorgung. Hochdosierte Wochen- oder Monatspräparate gehören in ärztliche Hand, am besten mit bekanntem Blutwert.

6. Vitamin D3 und K2: wann einnehmen?

Viele Vitamin-D-Präparate enthalten zusätzlich Vitamin K2, meist in der Form MK-7. Die Frage „Vitamin D3 K2 wann einnehmen“ lässt sich kurz beantworten: zusammen, zu einer Mahlzeit, Uhrzeit frei wählbar.

Beide Vitamine sind fettlöslich, profitieren also von derselben Mahlzeit. Für einen zeitlichen Abstand zwischen D3 und K2 gibt es keinen Grund – sie konkurrieren nicht um die Aufnahme. Und auch bei K2 ist die Uhrzeit nebensächlich: In einer Vergleichsstudie (Schurgers et al., Blood 2007) zeigte MK-7 eine sehr lange Halbwertszeit und dadurch deutlich stabilere Blutspiegel als Vitamin K1.

Warum die beiden überhaupt kombiniert werden, lässt sich über die zugelassenen Angaben erklären: Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.1 Weitergehende Versprechen – etwa dass K2 bei hoher Vitamin-D-Zufuhr das Risiko von Gefäßverkalkungen senke – hält die Verbraucherzentrale für wissenschaftlich nicht belegt. Welche K2-Form sinnvoll ist, erklärt unser Artikel Vitamin K2 MK-7: all-trans oder cis?

Ein wichtiger Punkt: Wer Blutverdünner vom Cumarin-Typ (etwa Phenprocoumon oder Warfarin) nimmt, spricht jedes K2-haltige Präparat vorher mit der Ärztin oder dem Arzt ab. Dieselbe Studie beschreibt, dass MK-7 ab etwa 50 µg täglich die Wirkung solcher Medikamente in klinisch relevantem Maß beeinflussen kann.

Unsere Vitamin D3 + K2 Kapseln kombinieren beides in einer Kapsel mit MK-7 all-trans; die Verzehrempfehlung lautet eine Kapsel täglich zu einer fetthaltigen Mahlzeit – eine Tageszeit ist bewusst nicht vorgegeben. Zur Transparenz: Mit 50 µg Vitamin D3 pro Kapsel liegt das Produkt über den 20 µg, die das BfR als Höchstmenge in Nahrungsergänzungsmitteln vorschlägt (siehe Abschnitt 8). Ob diese Menge für dich passt, klärst du am besten anhand deines Blutwerts mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

7. Mit Magnesium am Abend – passt das?

Ein verbreitetes Schema lautet: Vitamin D morgens, Magnesium abends. Das ist eine gute Routine für alle, die es so mögen – notwendig ist die Trennung aber nicht. Nach unserer Recherche gibt es keinen Beleg dafür, dass Magnesium und Vitamin D sich bei gleichzeitiger Einnahme gegenseitig in der Aufnahme behindern.

Wer Magnesium ohnehin abends nimmt und dort seine Hauptmahlzeit hat, kann Vitamin D also problemlos dazunehmen. Warum viele Magnesium lieber am Abend einnehmen und was es dabei zu beachten gibt, steht in Magnesium am Abend einnehmen.

Etwas anders sieht es bei hoch dosierten Mineralstoffen untereinander aus – etwa Calcium und Eisen. Welche Paare sich vertragen und wo ein Abstand sinnvoll ist, fasst Vitamin D, Zink und Calcium zusammen einnehmen zusammen. Für Vitamin D selbst gilt: Es ist ein unkomplizierter Kombinationspartner.

Mehrere Präparate im Schrank? Vitamin D steckt oft auch in Multivitaminen oder Kombiprodukten – die Mengen addieren sich. Mit dem Vitamin-D-Rechner rechnest du die Angaben auf den Packungen in eine Einheit um und siehst, wo du insgesamt landest.

8. So findest du deinen Zeitpunkt

Weil die Uhrzeit kaum zählt, lohnt es sich, den Zeitpunkt nach der eigenen Routine zu wählen – dem Faktor, der in der Praxis den größten Unterschied macht. Einige typische Tagesabläufe:

Dein Alltag Sinnvoller Zeitpunkt Warum
Du frühstückst regelmäßig Zum Frühstück Feste Mahlzeit, leicht zu merken
Morgens nur Kaffee, erste Mahlzeit mittags Zum Mittagessen Nicht nüchtern; der Kaffee spielt dabei keine Rolle
Hauptmahlzeit abends Zum Abendessen Meist die fettreichste Mahlzeit des Tages
Wechselnde Schichten Zur ersten Hauptmahlzeit nach dem Aufstehen Koppelt die Einnahme an ein festes Ereignis statt an die Uhr
Abends Einschlafprobleme Morgens oder mittags Nicht belegt, aber eine einfache Möglichkeit, es auszuschließen

Wie viel ist sinnvoll?

Wichtiger als die Frage „morgens oder abends“ ist die Menge. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene bei fehlender körpereigener Bildung einen Schätzwert von 20 µg (800 I.E.) pro Tag. Das BfR schlägt als Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel ebenfalls 20 µg pro Tagesdosis vor (Stellungnahme von 2024) – gesetzlich verbindliche Höchstmengen gibt es bislang nicht. Die tolerierbare Obergrenze der EFSA liegt für Erwachsene bei 100 µg pro Tag aus allen Quellen zusammen.

Warum gerade im Winterhalbjahr ergänzt wird und wie die verschiedenen Zahlen auf den Packungen zusammenhängen, haben wir in Vitamin D im Winter ausführlich erklärt. Wer wissen will, wo er steht, lässt den 25(OH)D-Wert bestimmen – das ist aussagekräftiger als jede Einnahmeregel.

Wann du ärztlichen Rat einholen solltest

  • bei Einnahme von Blutverdünnern und einem K2-haltigen Präparat,
  • bei Nierenerkrankungen, Nierensteinen, erhöhtem Calciumspiegel oder Sarkoidose,
  • bevor du Präparate mit hohen Einzeldosen oder Wochendosen verwendest,
  • in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder – hier gelten eigene Empfehlungen.

9. Häufige Fragen

Vitamin D morgens oder abends einnehmen – was ist besser?

Nach heutigem Stand ist keine Tageszeit besser. Eine Studie, die morgens und abends direkt verglichen hätte, haben wir nicht gefunden. Wichtiger ist, Vitamin D zu einer Mahlzeit mit etwas Fett und jeden Tag regelmäßig einzunehmen.

Wann sollte man Vitamin D am besten einnehmen?

Zu einer Mahlzeit, die du täglich zuverlässig isst – Frühstück, Mittag- oder Abendessen. Weil der Blutwert 25(OH)D eine Halbwertszeit von rund 15 Tagen hat, spielt die genaue Uhrzeit kaum eine Rolle.

Stört Vitamin D am Abend den Schlaf?

Das ist nicht belegt. Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und Melatonin, aber keine Studie, die den Einnahmezeitpunkt untersucht hat. Wer abends schlecht einschläft, kann die Einnahme probeweise auf morgens verlegen.

Vitamin D nüchtern oder zum Essen einnehmen?

Zum Essen. In einer randomisierten Studie lag der Vitamin-D3-Spitzenwert im Blut nach einer fetthaltigen Mahlzeit um 32 % höher als nach einer fettfreien. Auf den Langzeit-Blutwert war der Effekt in anderen Studien kleiner.

Wie viel Fett braucht Vitamin D?

Eine feste Grammzahl ist nicht belegt. Eine normale Mahlzeit mit etwas Fett, etwa mit Joghurt, Käse, Ei, Nüssen oder Öl, reicht aus. Eine besonders fettreiche Mahlzeit ist nicht nötig.

Vitamin D täglich oder wöchentlich einnehmen?

Täglich ist der empfohlene Standard. Wöchentliche Gaben mit gleicher Gesamtmenge führten in einigen Studien zu ähnlichen Blutwerten, Leitlinien und Verbraucherzentrale bevorzugen aber die tägliche Einnahme. Von hochdosierten Einzelgaben rät das BfR ab.

Vitamin D3 und K2: wann einnehmen?

Zusammen, zu einer Mahlzeit, zu einer frei wählbaren Uhrzeit. Beide sind fettlöslich, und für einen zeitlichen Abstand gibt es keinen Grund. Bei Blutverdünnern vom Cumarin-Typ vorher ärztlich abklären.

Kann ich Vitamin D und Magnesium zusammen abends nehmen?

Ja. Ein Beleg dafür, dass sich beide bei gleichzeitiger Einnahme in der Aufnahme behindern, ist uns nicht bekannt. Wer Magnesium abends nimmt, kann Vitamin D zum Abendessen dazunehmen.

Was mache ich, wenn ich Vitamin D einmal vergessen habe?

Einfach am nächsten Tag wie gewohnt weitermachen, ohne die Menge zu verdoppeln. Weil sich der Blutwert nur langsam verändert, fällt ein einzelner vergessener Tag nicht ins Gewicht.

Wie viel Vitamin D pro Tag ist sinnvoll?

Die DGE nennt für Erwachsene bei fehlender Eigenbildung einen Schätzwert von 20 µg (800 I.E.) pro Tag. Das BfR schlägt 20 µg pro Tag als Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel vor. Höhere Mengen am besten mit bekanntem Blutwert ärztlich besprechen.


Geschrieben und recherchiert von der NervaraLab Redaktion. Inhaltlich geprüft auf Konformität mit der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Stand: Oktober 2026.

Quellen:
1 Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012 (EUR-Lex).
2. Mulligan GB, Licata A: Taking vitamin D with the largest meal improves absorption and results in higher serum levels of 25-hydroxyvitamin D. Journal of Bone and Mineral Research, 2010;25(4):928–930 (PubMed 20200983).
3. Dawson-Hughes B et al.: Dietary fat increases vitamin D-3 absorption. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, 2015;115(2):225–230 (PubMed 25441954).
4. Dawson-Hughes B et al.: Meal conditions affect the absorption of supplemental vitamin D3 but not the plasma 25-hydroxyvitamin D response to supplementation. Journal of Bone and Mineral Research, 2013;28(8):1778–1783 (PubMed 23427007).
5. Office of Dietary Supplements, National Institutes of Health: Vitamin D – Fact Sheet for Health Professionals (ods.od.nih.gov).
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7. Abboud M: Vitamin D Supplementation and Sleep: A Systematic Review and Meta-Analysis of Intervention Studies. Nutrients, 2022;14(5):1076 (MDPI).
8. Cai et al.: The role of vitamin D in sleep regulation: mechanisms, clinical advances, and future directions. Frontiers in Nutrition, 2025 (Frontiers).
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10. Ish-Shalom S et al.: Comparison of daily, weekly, and monthly vitamin D3 in ethanol dosing protocols for two months in elderly hip fracture patients. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2008;93(9):3430–3435 (PubMed 18544622).
11. Takács I et al.: Randomized clinical trial to comparing efficacy of daily, weekly and monthly administration of vitamin D3. Endocrine, 2017 (Springer).
12. Sanders KM et al.: Annual high-dose oral vitamin D and falls and fractures in older women: a randomized controlled trial. JAMA, 2010;303(18):1815–1822 (PubMed 20460620).
13. Endocrine Society: Vitamin D for the Prevention of Disease – Clinical Practice Guideline, 2024 (endocrine.org).
14. Schurgers LJ et al.: Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7. Blood, 2007;109(8):3279–3283 (PubMed 17158229).
15. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Vitamin D – Sonne und Bewegung fördern eine gute Versorgung. Fragen und Antworten, Stand Dezember 2025 (bfr.bund.de).
16. BfR: Aktualisierung 2023 – Höchstmengenvorschläge für Vitamin D in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln. Stellungnahme 007/2024 (PDF).
17. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte Vitamin D (dge.de).
18. Verbraucherzentrale: Vitamin-D-Produkte – wann sind sie sinnvoll? (verbraucherzentrale.de)

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.

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