Magnesium

Magnesium Nebenwirkungen: Durchfall, Obergrenze und wer aufpassen sollte

Die häufigste Nebenwirkung von Magnesium ist Durchfall – und sie hängt fast immer an der Menge. Welche Obergrenze das BfR für Nahrungsergänzung nennt, was „magenschonend“ wirklich bedeutet und wer vor der Einnahme ärztlich fragen sollte.

11 Min. LesezeitAktualisiert Mit Werkzeug: Magnesium-Rechner
Magnesiumkapseln aufgeteilt auf zwei Keramikschälchen, dazwischen ein Glas Wasser auf heller Steinplatte
Magnesiumkapseln aufgeteilt auf zwei Keramikschälchen, dazwischen ein Glas Wasser auf heller Steinplatte

Magnesium gilt als harmlos – und für gesunde Menschen ist es das in üblichen Mengen meist auch. Trotzdem ist „Magnesium Durchfall“ eine der häufigsten Suchanfragen rund um den Mineralstoff. Der Grund ist einfach: Was der Darm nicht aufnimmt, zieht Wasser an.

Die kurze Antwort: Die typische Nebenwirkung von Magnesium aus Nahrungsergänzung ist weicher Stuhl bis Durchfall. Er hängt vor allem an der Menge pro Einnahme und bildet sich nach Angaben des BfR innerhalb von ein bis zwei Tagen vollständig zurück. Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 250 mg Magnesium pro Tag, aufgeteilt auf mindestens zwei Portionen. Wer eine Nierenerkrankung hat, nimmt Magnesium nur nach ärztlicher Rücksprache.

Das Wichtigste in Kürze

  • Häufigste Nebenwirkung: Durchfall bzw. weicher Stuhl – abhängig von der Menge, reversibel.
  • BfR-Höchstmengenvorschlag (2017): 250 mg Magnesium pro Tag aus Nahrungsergänzung, verteilt auf mindestens zwei Einnahmen.
  • Grundlage: Der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU hat 2001 eine Obergrenze von 250 mg pro Tag für zusätzliches Magnesium abgeleitet. Bis zu dieser Menge wurde kein Durchfall beobachtet.
  • Nieren: Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann Magnesium nicht ausreichend ausgeschieden werden – Einnahme nur nach ärztlicher Rücksprache.
  • Medikamente: Magnesium kann die Aufnahme bestimmter Antibiotika und Osteoporose-Mittel verringern – Abstand halten. Bei Schilddrüsenhormonen ist ein Effekt von Magnesium weniger klar belegt; ein Abstand ist trotzdem eine einfache Vorsichtsmaßnahme.
Wörtlich zitiert · Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

„Die Tageshöchstmenge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln sollte 250 Milligramm (mg) nicht überschreiten.“

BfR, Presseinformation Nr. 50/2017 · 12.12.2017

Die Grenze gilt für Magnesium zusätzlich zur normalen Ernährung. Das BfR empfiehlt außerdem, die Tagesmenge auf mindestens zwei Einnahmen zu verteilen.

1. Warum Magnesium Durchfall machen kann

Magnesium macht Durchfall, weil der nicht aufgenommene Anteil im Darm Wasser bindet; entscheidend ist die Menge pro Einnahme – 300 mg auf einmal belasten den Darm stärker als zweimal 150 mg.

Magnesium wird im Dünndarm nur teilweise aufgenommen. Der nicht aufgenommene Anteil bleibt im Darm und bindet dort Wasser – der Stuhl wird weicher. Bei größeren Mengen auf einmal kann daraus Durchfall werden. Genau dieser Effekt wird in Abführmitteln mit Magnesiumsalzen bewusst genutzt.

Entscheidend ist deshalb weniger die Tagesmenge allein als die Menge pro Einnahme. 300 mg auf einmal belasten den Darm stärker als zweimal 150 mg. Unsere Magnesium Bisglycinat Kapseln kannst du deshalb auch auf zwei Mahlzeiten verteilen: je eine Kapsel.

Übelkeit, Bauchkrämpfe, Blähungen: weitere Nebenwirkungen

Neben Durchfall nennt das Office of Dietary Supplements der NIH bei hohen Mengen aus Nahrungsergänzung oder Medikamenten Übelkeit und Bauchkrämpfe als häufige Begleiter. Blähungen werden in den Faktenblättern nicht gesondert aufgeführt; treten sie nach der Einnahme auf, hilft in der Regel dasselbe wie bei weichem Stuhl: kleinere Einzelmengen, zu einer Mahlzeit.

Verstopfung gehört nicht zu den typischen Nebenwirkungen – Magnesiumsalze wirken eher in die andere Richtung, deshalb stecken sie auch in manchen Abführmitteln.

2. Wie viel ist zu viel? Die 250-mg-Grenze

Für zusätzliches Magnesium aus Nahrungsergänzung gilt eine Obergrenze von 250 mg pro Tag, verteilt auf mindestens zwei Portionen; Magnesium aus normalen Lebensmitteln zählt dabei nicht mit.

Bezugsgröße Menge pro Tag
Nährstoffbezugswert (NRV) 375 mg
Obergrenze für zusätzliches Magnesium (Wissenschaftlicher Lebensmittelausschuss der EU, 2001) 250 mg
Höchstmengenvorschlag des BfR für Nahrungsergänzungsmittel (2017) 250 mg, auf mind. zwei Portionen verteilt

Wichtig: Die 250 mg beziehen sich auf zusätzliches Magnesium aus Nahrungsergänzung und angereicherten Lebensmitteln – nicht auf Magnesium aus der normalen Ernährung. Vollkorn, Nüsse und Mineralwasser zählen hier nicht mit. Wie viel Magnesium du insgesamt brauchst, steht in Wie viel Magnesium am Tag?, und wie viel in deinem Präparat steckt, rechnet der Magnesium-Rechner aus.

Infografik

Magnesium aus Präparaten: wie viel ist zu viel?

Magnesium aus Lebensmitteln – zählt nicht zur 250-mg-Grenzeunkritisch
bis 250 mg pro Tag zusätzlich, auf zwei Portionen verteiltBfR-Rahmen
300 mg als Citrat – Durchfall bei 26 % (Placebo 11 %)Studie
hohe Einzelmengen auf einmal – Durchfall, Übelkeit, Bauchkrämpfezu viel
eingeschränkte Nierenfunktion – Magnesium kann sich anreichernärztlich

Quellen: BfR-Stellungnahme 034/2017 und Höchstmengenvorschlag; SCF 2001; NIH Office of Dietary Supplements, Magnesium Fact Sheet.

3. Spielt die Magnesiumform eine Rolle?

Für keine Magnesiumform ist eine Angabe zur Verträglichkeit zugelassen; der wichtigste Faktor ist die Menge pro Einnahme – Oxid wird nur zu rund 4 % aufgenommen, Citrat machte bei 300 mg in einer Studie bei 26 % Durchfall.

Magnesium wird oft mit dem Zusatz „magenschonend“ oder „gut verträglich“ beworben, meist für Bisglycinat oder Citrat. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zur Verträglichkeit gibt es für keine Magnesiumform – deshalb versprechen wir dazu nichts. Was sich sagen lässt:

  • Die Menge ist der wichtigste Faktor. Auch eine gut lösliche Form kann in hoher Einzeldosis Durchfall auslösen.
  • Magnesiumoxid enthält viel Magnesium pro Gramm, ist aber kaum wasserlöslich.
  • Magnesiumcitrat ist gut löslich und kann in höheren Mengen leicht abführend wirken.
  • Magnesiumbisglycinat ist an die Aminosäure Glycin gebunden.

Magnesiumcitrat: Nebenwirkungen

Für Citrat gibt es eine konkrete Zahl: In einer Studie, die das BfR in seiner Bewertung zitiert, bekamen Teilnehmende 300 mg Magnesium als Citrat. Durchfall trat bei 26 % auf – unter Placebo bei 11 %. Auf diesem leichten, vorübergehenden Effekt beruht die Obergrenze von 250 mg.

Magnesiumoxid und Durchfall

Oxid ist schlecht löslich. In einer Vergleichsstudie wurden nur rund 4 % des Magnesiums aus Oxid aufgenommen – deutlich weniger als aus Chlorid, Lactat oder Aspartat. Was nicht aufgenommen wird, bleibt im Darm. Genau dieser Effekt wird in Abführmitteln mit Magnesiumsalzen genutzt. Die Studienlage zu den Formen: Bioverfügbarkeit im Vergleich.

Magnesiumbisglycinat: Nebenwirkungen

Zu Bisglycinat gibt es keine eigenen Zahlen zur Häufigkeit von Durchfall, und eine zugelassene Angabe zur Verträglichkeit gibt es auch hier nicht. Es gilt dieselbe Regel wie für alle Formen: Die Menge pro Einnahme entscheidet. Wer empfindlich ist, verteilt die Tagesportion auf zwei Mahlzeiten.

Den ausführlichen Vergleich der Formen findest du in Welches Magnesium ist das beste?

Drei Glasschälchen mit unterschiedlich feinen weißen Pulvern auf heller Steinplatte, von oben fotografiert
Infografik

Durchfall und Aufnahme: was Studien zu einzelnen Formen zeigen

Durchfall unter 300 mg Magnesium als Citrat26 %
Durchfall unter Placebo (dieselbe Studie)11 %
Aufgenommener Anteil aus Magnesiumoxid≈ 4 %

Quellen: BfR-Stellungnahme 034/2017 (zitierte Citrat-Studie); Firoz & Graber, Magnes Res 2001. Zu Bisglycinat gibt es keine eigenen Häufigkeitsdaten.

4. Was du bei Durchfall tun kannst

Bei Durchfall durch Magnesium hilft eine Pause – der Effekt bildet sich laut BfR innerhalb von ein bis zwei Tagen zurück; danach mit kleineren Einzelmengen zu einer Mahlzeit neu starten und alle magnesiumhaltigen Produkte zusammenrechnen.

  1. Pausieren. Der Effekt bildet sich nach BfR-Angaben innerhalb von ein bis zwei Tagen zurück.
  2. Alle Quellen zusammenrechnen. Multivitamin, Sportgetränke, Brausetabletten – Magnesium steckt oft in mehreren Produkten.
  3. Zu einer Mahlzeit nehmen und mit ausreichend Flüssigkeit.
  4. Bei anhaltenden Beschwerden – länger als zwei Tage, mit Fieber, Blut im Stuhl oder starken Bauchschmerzen – ärztlich abklären lassen. Dann liegt die Ursache wahrscheinlich nicht am Magnesium.

Wie lange hält Durchfall nach Magnesium an?

Nach Angaben des BfR bildet sich der Effekt innerhalb von ein bis zwei Tagen vollständig zurück, sobald die Menge sinkt oder du pausierst. Wenn du danach wieder beginnst, dann mit einer kleineren Einzelmenge – zum Beispiel einer Kapsel zum Frühstück und einer zum Abendessen statt beider auf einmal.

Zwei Leinenservietten mit zwei und einer weißen Kapsel, im Hintergrund ein Frühstücks- und ein Abendteller
Infografik

Durchfall nach Magnesium: so gehst du vor

  1. 1Pausieren: Der Effekt bildet sich nach BfR-Angaben innerhalb von ein bis zwei Tagen zurück.
  2. 2Zusammenrechnen: Multivitamin, Sportgetränke, Brausetabletten – Magnesium steckt oft in mehreren Produkten.
  3. 3Kleiner neu starten: Tagesportion auf zwei Mahlzeiten verteilen, z. B. Frühstück und Abendessen.
  4. 4Warnzeichen ernst nehmen: länger als zwei Tage, Fieber, Blut im Stuhl oder starke Bauchschmerzen – ärztlich abklären.

Quellen: BfR-Presseinformation 50/2017; NIH Office of Dietary Supplements. Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

5. Wer vorher ärztlich fragen sollte

Vorher ärztlich fragen solltest du bei eingeschränkter Nierenfunktion, regelmäßiger Medikamenteneinnahme, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei chronischen Darmerkrankungen.

Situation Warum
Eingeschränkte Nierenfunktion Magnesium wird über die Nieren ausgeschieden; bei Nierenerkrankungen kann es sich anreichern
Regelmäßige Medikamenteneinnahme mögliche Wechselwirkungen (siehe unten)
Schwangerschaft und Stillzeit Ergänzung nur nach Rücksprache
Chronische Darmerkrankungen Durchfall kann Beschwerden verstärken

Zu viel Magnesium im Blut (Hypermagnesiämie)

Gefährlich hohe Magnesiumwerte im Blut sind laut MSD Manual sehr ungewöhnlich. Sie treten meist bei Niereninsuffizienz nach der Einnahme magnesiumhaltiger Medikamente wie Antazida oder Abführmittel auf; bei normaler Nierenfunktion sind selbst leicht erhöhte Werte selten. Mögliche Zeichen sind niedriger Blutdruck, abgeschwächte Reflexe und Atemprobleme – das ist ein Notfall. Genau deshalb steht die Nierenfunktion in der Tabelle oben an erster Stelle.

6. Magnesium und Medikamente

Magnesium kann die Aufnahme bestimmter Antibiotika und von Bisphosphonaten verringern: Tetrazykline und Gyrasehemmer mindestens 2 Stunden vor oder 4 bis 6 Stunden nach Magnesium, Bisphosphonate mit mindestens 2 Stunden Abstand.

Magnesium kann im Darm bestimmte Wirkstoffe binden und deren Aufnahme verringern. Typische Beispiele sind bestimmte Antibiotika (Tetrazykline, Gyrasehemmer) und Bisphosphonate gegen Osteoporose. Bei Schilddrüsenhormonen wie L-Thyroxin ist die Wechselwirkung vor allem für Calcium, Eisen und Aluminium beschrieben; für Magnesium ist sie weniger klar. Hier hilft ein zeitlicher Abstand: Das Office of Dietary Supplements der NIH nennt für Tetrazykline und Gyrasehemmer mindestens 2 Stunden vor oder 4 bis 6 Stunden nach Magnesium, für Bisphosphonate mindestens 2 Stunden – die genauen Abstände für deine Medikamente klärst du mit Arzt oder Apotheke. Verordnete Medikamente nicht eigenmächtig absetzen. Auch ein Eisenpräparat sollte von Magnesium getrennt werden: Eisen und Magnesium. Mehr dazu: Magnesium und L-Thyroxin und Nahrungsergänzung & Medikamente.

7. Was das für unser Magnesium bedeutet

Unsere Magnesium Bisglycinat Kapseln liefern 320 mg Magnesium pro Tagesportion aus zwei Kapseln – mehr als der BfR-Vorschlag von 250 mg; nimm sie deshalb nicht zusätzlich zu weiteren Magnesiumpräparaten und verteile sie bei weichem Stuhl auf zwei Mahlzeiten.

Unsere Magnesium Bisglycinat Kapseln liefern 320 mg Magnesium pro Tagesportion aus zwei Kapseln, dazu 100 mg Taurin und 1,2 mg Vitamin B6. Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems, zu einer normalen Muskelfunktion und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.

Ehrlich eingeordnet: 320 mg liegen über dem Höchstmengenvorschlag des BfR von 250 mg. Wer empfindlich reagiert oder zusätzlich andere magnesiumhaltige Produkte nimmt, sollte das wissen. Nimm unser Magnesium nicht zusammen mit weiteren Magnesiumpräparaten, und sprich bei Nierenerkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Die empfohlene Tagesmenge auf der Dose darf nicht überschritten werden.

8. Weiterlesen im Ratgeber

Hinweise: Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren.

9. Häufige Fragen

Magnesium kann vor allem in höheren Mengen pro Einnahme Durchfall verursachen, der nach BfR-Angaben in ein bis zwei Tagen reversibel ist. Das BfR empfiehlt höchstens 250 mg täglich aus Nahrungsergänzung, verteilt auf mindestens zwei Portionen.

Kann Magnesium Durchfall verursachen?

Ja, vor allem in höheren Mengen pro Einnahme. Nicht aufgenommenes Magnesium bindet Wasser im Darm. Der Effekt ist nach BfR-Angaben innerhalb von ein bis zwei Tagen vollständig reversibel.

Wie viel Magnesium ist zu viel?

Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 250 mg Magnesium pro Tag, verteilt auf mindestens zwei Portionen. Magnesium aus normalen Lebensmitteln zählt dabei nicht mit.

Welches Magnesium ist magenschonend?

Eine zugelassene Angabe zur Verträglichkeit gibt es für keine Magnesiumform. Entscheidend ist vor allem die Menge pro Einnahme. Citrat gehört zu den gut löslichen Formen und kann in höheren Mengen leicht abführend wirken.

Was tun bei Durchfall durch Magnesium?

Pausieren, alle magnesiumhaltigen Produkte zusammenrechnen und Magnesium künftig zu einer Mahlzeit nehmen. Halten die Beschwerden länger als zwei Tage an oder kommen Fieber oder Blut im Stuhl hinzu, ärztlich abklären lassen.

Dürfen Menschen mit Nierenerkrankung Magnesium nehmen?

Nur nach ärztlicher Rücksprache. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann Magnesium nicht ausreichend ausgeschieden werden.

Welche Medikamente vertragen sich nicht mit Magnesium?

Magnesium kann die Aufnahme bestimmter Antibiotika und von Bisphosphonaten verringern; bei L-Thyroxin ist ein Effekt weniger klar belegt, ein Abstand schadet aber nicht. Ein zeitlicher Abstand von mehreren Stunden hilft; die genauen Abstände klärst du mit Arzt oder Apotheke.

Wie lange dauert Durchfall nach Magnesium?

Nach Angaben des BfR bildet sich der Effekt innerhalb von ein bis zwei Tagen vollständig zurück, wenn du pausierst oder die Menge senkst. Dauert er länger oder kommen Fieber oder Blut im Stuhl hinzu, ärztlich abklären lassen.

Kann Magnesium Übelkeit oder Bauchkrämpfe verursachen?

Ja, bei hohen Mengen. Das Office of Dietary Supplements der NIH nennt Übelkeit und Bauchkrämpfe als häufige Begleiter von Durchfall durch Magnesium. Kleinere Einzelmengen zu einer Mahlzeit helfen meist.

Macht Magnesium Verstopfung?

Verstopfung gehört nicht zu den typischen Nebenwirkungen. Magnesiumsalze wirken eher abführend und werden deshalb auch in manchen Abführmitteln verwendet.

Welches Magnesium macht Durchfall?

Grundsätzlich jede Form in hoher Einzeldosis. Für Citrat zeigte eine vom BfR zitierte Studie mit 300 mg Magnesium Durchfall bei 26 % gegenüber 11 % unter Placebo. Oxid wird schlecht aufgenommen, ein großer Teil bleibt im Darm. Zu Bisglycinat gibt es keine eigenen Häufigkeitsdaten.

Passend dazu: Magnesium bei Wadenkrämpfen: Was die Studien sagen · Magnesium und Schlaf: Was belegt ist – und was nicht · Die Chelat-Technologie: Bisglycinat erklärt

Quellen

Die Angaben in diesem Artikel stützen sich auf die folgenden Quellen. Zu jeder Quelle steht, welche Aussage sie belegt.

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): „BfR bewertet Tageshöchstmenge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln“, Presseinformation Nr. 50/2017, 12.12.2017.
    Belegt: Höchstens 250 mg Magnesium pro Tag aus Nahrungsergänzungsmitteln, verteilt auf mindestens zwei Einnahmen; Durchfall innerhalb von ein bis zwei Tagen reversibel.
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): „BfR bewertet empfohlene Tageshöchstmenge für die Aufnahme von Magnesium über Nahrungsergänzungsmittel“, Stellungnahme Nr. 034/2017, 12.12.2017.
    Belegt: SCF-Obergrenze 2001: 250 mg zusätzliches Magnesium pro Tag, bis zu dieser Menge keine abführende Wirkung; Risiko bei eingeschränkter Nierenfunktion.
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): „Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln“, Höchstmengenvorschlag.
    Belegt: Aktueller BfR-Höchstmengenvorschlag: 250 mg Magnesium pro Tagesverzehrempfehlung eines Nahrungsergänzungsmittels, auf zwei oder mehr Portionen verteilt.
  4. Europäisches Parlament und Rat der Europäischen Union: „Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel“, Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII Teil A, 25.10.2011.
    Belegt: Nährstoffbezugswert (NRV) für Magnesium: 375 mg pro Tag.
  5. Office of Dietary Supplements (ODS, NIH): „Magnesium: Fact Sheet for Health Professionals“, Health Professional Fact Sheet, 06.01.2026.
    Belegt: Durchfall als typische Folge hoher Supplementmengen; erhöhtes Risiko bei eingeschränkter Nierenfunktion; Abstand zu Bisphosphonaten, Tetrazyklinen, Chinolonen.
  6. Europäische Kommission: „Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern“, Verordnung (EU) Nr. 432/2012, 16.05.2012.
    Belegt: Zugelassene Angaben: Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems, zu einer normalen Muskelfunktion und zur Verringerung von Müdigkeit bei.
  7. Pharmazeutische Zeitung: „Interaktionen: Schilddrüsenhormone und polyvalente Kationen“, Gerdemann A, Griese N, Schulz M; PZ Ausgabe 45/2007, 06.11.2007.
    Belegt: Wechselwirkung mit Levothyroxin beschrieben für Eisen, Calcium und Aluminium; bei Magnesium scheint sie nicht aufzutreten (Mersebach 1999).
  8. MSD Manual, Ausgabe für Fachkreise: „Hypermagnesiämie“, Lewis JL III, vollständige Überprüfung Juni 2025.
    Belegt: Symptomatische Hypermagnesiämie sehr ungewöhnlich, meist bei Niereninsuffizienz nach magnesiumhaltigen Antazida oder Abführmitteln; bei normaler Nierenfunktion selten; Symptome u. a. Hypotonie, Atemdepression, abgeschwächte Reflexe.
  9. Firoz M, Graber M: „Bioavailability of US commercial magnesium preparations“, Magnes Res 2001;14(4):257–262.
    Belegt: Magnesiumoxid mit rund 4 % fraktioneller Aufnahme, Chlorid, Lactat und Aspartat deutlich höher.

Quellen geprüft am 26.10.2026.


Geschrieben und recherchiert von Yuri Koch. Stand: Oktober 2026.

Einzelnachweise: 1. Bundesinstitut für Risikobewertung: „BfR bewertet Höchstmenge für Magnesium in Nahrungsergänzungsmitteln“, Pressemitteilung vom 12. Dezember 2017. 2. Scientific Committee on Food: Opinion on the Tolerable Upper Intake Level of Magnesium, 2001. 3. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang XIII (Nährstoffbezugswerte); Verordnung (EU) Nr. 432/2012.

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