Kortison

Kortison und Knochen: Vitamin D, Calcium und was die DVO-Leitlinie 2023 empfiehlt

Kortison kann die Knochen schwächen, vor allem in den ersten Monaten. Was die DVO-Leitlinie 2023 zu Vitamin D, Calcium, Bewegung und Knochendichtemessung empfiehlt.

11 Min. LesezeitAktualisiert Mit Werkzeug: Abstände & Wechselwirkungen
Milch, Joghurt, Brokkoli und Mandeln als Calciumquellen neben einer neutralen Tablettenbox – Symbolbild zu Kortison und Knochengesundheit.
Milch, Joghurt, Brokkoli und Mandeln als Calciumquellen neben einer neutralen Tablettenbox – Symbolbild zu Kortison und Knochengesundheit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kortison kann die Knochen schwächen. Etwa 30 bis 50 % der Menschen mit einer Langzeittherapie entwickeln eine Osteoporose; der Knochen verliert besonders in den ersten 3 bis 6 Monaten an Festigkeit.
  • Die Grenze der Leitlinie: Ab 7,5 mg Prednisolon-Äquivalent pro Tag über mehr als 3 Monate empfiehlt die DVO-Leitlinie 2023 schon bei der Planung der Therapie eine Knochen-Basisdiagnostik mit Knochendichtemessung (DXA).
  • Basis für alle: 1000 mg Calcium pro Tag aus Essen und Trinken insgesamt, mindestens 800 I.E. Vitamin D, Bewegung mit Kraft und Balance, kein Rauchen.
  • Vitamin D zum Kortison? Die Leitlinie nennt 800 I.E. pro Tag als allgemein empfohlene Dosis; Supplemente sollen 2.000 bis 4.000 I.E. pro Tag nicht überschreiten.
  • Nahrungsergänzung ersetzt keine Osteoporose-Therapie. Ob du Medikamente für die Knochen brauchst, entscheidet die Praxis anhand deines Frakturrisikos.
  • Kortison nie eigenmächtig absetzen oder die Dosis ändern – das gilt auch, wenn du dir Sorgen um die Knochen machst.

1. Warum greift Kortison die Knochen an?

Kortison bremst die knochenaufbauenden Zellen, fördert den Abbau und verschlechtert die Calciumbilanz. Etwa 30 bis 50 % der Menschen mit einer Langzeittherapie entwickeln eine Osteoporose; am stärksten ist der Verlust in den ersten 3 bis 6 Monaten.

Kortison (Glukokortikoide wie Prednisolon) bremst die knochenaufbauenden Zellen und fördert zugleich den Abbau. Dazu kommt eine negative Calciumbilanz: Die Nieren scheiden mehr Calcium aus, der Darm nimmt weniger auf. Etwa 30 bis 50 % der Menschen mit einer Langzeittherapie entwickeln dadurch eine Osteoporose.[2]

Auffällig ist das Tempo: Die Knochenfestigkeit sinkt vor allem in den ersten 3 bis 6 Monaten, danach geht der Verlust langsamer weiter. Laut einer Übersichtsarbeit steigt das Risiko für Hüftbrüche unter Kortison um etwa 60 %, für Wirbelbrüche um etwa 160 %. Nach dem Ende der Therapie sinkt das Risiko wieder.[2]

Wichtig für dich: Bei Kortison-Osteoporose brechen Knochen schon bei einer besseren Knochendichte als bei der „klassischen“ Osteoporose nach den Wechseljahren. Der Messwert allein erzählt also nicht die ganze Geschichte.[2]

Infografik

Kortison und Knochen in Zahlen

Osteoporose
30–50 %
der Menschen mit Kortison-Langzeittherapie
Stärkster Verlust
3–6 Monate
nach Therapiebeginn sinkt die Knochenfestigkeit am schnellsten
Hüftbrüche
+60 %
höheres Risiko unter Kortison laut Übersichtsarbeit
Wirbelbrüche
+160 %
höheres Risiko; nach Therapieende sinkt es wieder

Kobza et al., Übersichtsarbeit zu Kortison-Osteoporose [2].

2. Ab welcher Kortison-Dosis wird es für die Knochen relevant?

Laut DVO-Leitlinie 2023 zählt schon weniger als 2,5 mg Prednisolon-Äquivalent pro Tag über mehr als 3 Monate als Risikofaktor. Ab 7,5 mg pro Tag über mehr als 3 Monate soll bereits bei der Planung eine Knochendichtemessung (DXA) erfolgen.

Die DVO-Leitlinie 2023 zieht eine klare Linie: Ist eine Therapie mit 7,5 mg Prednisolon-Äquivalent pro Tag oder mehr über mehr als 3 Monate geplant, soll schon vor dem Start eine Knochen-Basisdiagnostik mit Knochendichtemessung erfolgen. Als Risikofaktor zählt die Leitlinie aber auch niedrigere Dosen.[1]

Orales Kortison, Prednisolon-Äquivalent Was die DVO-Leitlinie 2023 daraus macht
unter 2,5 mg/Tag, mehr als 3 Monate zählt bereits als Risikofaktor für Knochenbrüche
2,5 bis unter 7,5 mg/Tag, mehr als 3 Monate höherer Risikofaktor
7,5 mg/Tag oder mehr, mehr als 3 Monate höchste Risikostufe; Basisdiagnostik mit DXA schon bei Therapieplanung
über 5 mg/Tag, im letzten Jahr begonnen oder erhöht eigener Risikofaktor, weil der Knochenverlust am Anfang am stärksten ist
ab 7,5 mg/Tag über 3 Monate und T-Score ≤ −1,5 generelle Indikation für eine medikamentöse Osteoporosetherapie

Die Tabelle fasst die Kurzfassung der Leitlinie zusammen und gilt für Kortison als Tablette. Wie hoch dein persönliches Risiko ist, rechnet die Praxis mit Alter, Geschlecht, Knochendichte und weiteren Faktoren aus.[1]

3. Vitamin D bei Kortison: Wie viel empfiehlt die Leitlinie?

Die DVO-Leitlinie empfiehlt mindestens 800 I.E. Vitamin D pro Tag; Supplemente sollen 2.000 bis 4.000 I.E. pro Tag nicht überschreiten. Einen eigenen „Kortison-Wert“ gibt es nicht – ob und wie viel du ergänzt, klärst du mit deiner Praxis.

Die DVO-Leitlinie empfiehlt allen Risikogruppen mindestens 800 I.E. Vitamin D pro Tag – über die Ernährung oder, vor dem 70. Lebensjahr, über Sonnenlicht. Wird ergänzt, gelten 800 I.E. als allgemein empfohlene Tagesdosis; 2.000 bis 4.000 I.E. pro Tag sollen nicht überschritten werden.[1] Umrechnen von I.E. in µg: Vitamin-D-Rechner.

Bekommst du zusätzlich ein Osteoporose-Medikament als Spritze oder Infusion, nennt die Leitlinie 800 bis 1.000 I.E. Vitamin D3 und mindestens 1.000 mg Calcium pro Tag. Große Einzelgaben („Bolus“) sollen 20.000 I.E. nicht überschreiten.[1] Wo die Obergrenze für Vitamin D liegt: Vitamin D überdosieren.

Ein spezieller „Kortison-Vitamin-D-Wert“ steht nicht in der Leitlinie – es sind dieselben Basismaßnahmen wie bei jedem erhöhten Frakturrisiko. Laut der Übersichtsarbeit ist auch nicht eindeutig geklärt, wie stark Kortison den Vitamin-D-Stoffwechsel direkt beeinflusst.[2] Wenn du wissen möchtest, wie du versorgt bist, hilft der Bluttest auf 25-OH-Vitamin-D – mehr dazu im Artikel Vitamin-D-Mangel erkennen.

Infografik

Vitamin D bei Kortison: die Zahlen der DVO-Leitlinie 2023

Basis für alle
≥ 800 I.E.
pro Tag über Ernährung, Sonne oder Präparat
Mit Osteoporose-Spritze
800–1.000 I.E.
Vitamin D3 plus mindestens 1.000 mg Calcium pro Tag
Supplemente
max. 2.000–4.000 I.E.
pro Tag nicht überschreiten
Einzelgaben (Bolus)
max. 20.000 I.E.
große Einzeldosen nicht höher

Kurzfassung DVO-Leitlinie 2023 [1]. Die Dosis legt die Praxis fest.

Aus unserem Sortiment: Vitamin D3 + K2 Kapseln (laborgeprüft). Eine Kapsel enthält 50 µg Vitamin D3 (2.000 I.E.) und 75 µg Vitamin K2 als MK-7. Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Vitamin K trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.[5]

Ehrlich gesagt: 2.000 I.E. (50 µg) liegen über den 800 I.E., die die DVO-Leitlinie allgemein empfiehlt, und über dem Höchstmengenvorschlag des BfR von 20 µg (800 I.E.) Vitamin D pro Tag für Nahrungsergänzungsmittel. Nimm die Kapseln deshalb nur nach Absprache mit deiner Praxis. Viele Praxen verschreiben zum Kortison ohnehin ein Vitamin-D- oder Calcium-Präparat – dann nimm unsere Kapseln nicht zusätzlich. Die Kapseln ersetzen keine Osteoporose-Behandlung und gleichen keine Wirkung des Kortisons aus. Nicht geeignet für Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche. Calcium haben wir nicht im Sortiment; das bekommst du am besten über das Essen.

Blutverdünner? Wenn du Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar oder Warfarin nimmst, sprich vor der Einnahme unbedingt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt – Vitamin K kann deren Wirkung beeinflussen.[1] [5] Zu den Vitamin D3 + K2 Kapseln

4. Calcium bei Kortison: Warum die Gesamtmenge zählt

Empfohlen sind 1000 mg Calcium pro Tag als Gesamtzufuhr aus Essen, Getränken und gegebenenfalls einem Präparat. Tabletten kommen nur hinzu, wenn die Ernährung nicht reicht; bei Nierensteinen gelten Ausnahmen.

Die DVO-Leitlinie empfiehlt 1000 mg Calcium pro Tag als Gesamtzufuhr – also Essen, Getränke und gegebenenfalls ein Präparat zusammen. Supplemente kommen nur hinzu, wenn die Ernährung nicht reicht. Die DGE nennt für Erwachsene ebenfalls 1000 mg pro Tag.[1] [3]

Calciumquelle Was die DGE dazu sagt
Milch und Milchprodukte (Joghurt, Käse) die besten Calciumquellen
grünes Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl, Rucola gute Calciumlieferanten
Samen und Nüsse gute Calciumlieferanten
calciumreiches Mineralwasser mehr als 150 mg pro Liter, kann für die Versorgung bedeutend sein

Ein Blick aufs Etikett deines Mineralwassers lohnt sich: Wer täglich 1,5 Liter trinkt, kommt mit einem calciumreichen Wasser auf mindestens 225 mg Calcium (Rechnung: 1,5 × 150 mg). Laut Leitlinie ist die volle Wirksamkeit der Maßnahmen nur gegeben, wenn Calcium und Vitamin D kombiniert ergänzt werden.[1] [3]

Vorsicht bei Nierensteinen, einem erhöhten Calciumwert im Urin, einem primären Hyperparathyreoidismus oder einer aktiven granulomatösen Erkrankung (z. B. Sarkoidose): Hier gelten laut Leitlinie Ausnahmen für Calcium und Vitamin D3. Das klärst du mit der Praxis.[1]

5. Bewegung, Rauchen, Alkohol: Was die Leitlinie noch empfiehlt

Zusätzlich zu Calcium und Vitamin D empfiehlt die Leitlinie Training für Kraft, Gleichgewicht und Koordination, einen BMI über 20 sowie den Verzicht auf Nikotin und riskanten Alkoholkonsum.

Die Leitlinie empfiehlt für alle Risikogruppen Training für Muskelkraft, Gleichgewicht und Koordination, einen BMI über 20 und den Verzicht auf Nikotin und riskanten Alkoholkonsum. Auch die Übersichtsarbeit nennt gewichtstragende Bewegung und Ernährung als Basis für jeden, der langfristig Kortison nimmt.[1] [2]

  • Kraft und Balance: Ein individuelles Programm für Kraft, Balance und Koordination soll Teil jeder Osteoporose-Therapie sein. Immobilität möglichst vermeiden.[1]
  • Eiweiß: Ab 65 Jahren mit erhöhtem Sturzrisiko empfiehlt die Leitlinie 1,0 g Eiweiß pro kg Körpergewicht und Tag.[1]
  • Stürze vermeiden: Ab 70 Jahren soll jährlich nach Stürzen gefragt werden; Stolperfallen zu Hause beseitigen.[1]
  • Rauchen und Alkohol: Nikotin und riskanten Alkoholkonsum meiden.[1]

6. Was du beim Arzttermin ansprechen kannst

Frag nach Dauer und Dosis des Kortisons, einer Knochendichtemessung, deinem Vitamin-D-Wert, deinem Frakturrisiko und weiteren Medikamenten. Laut Übersichtsarbeit bekommen nur etwa 15 % der Betroffenen eine optimale Vorbeugung.

Laut Übersichtsarbeit bekommen nur etwa 15 % der Menschen mit Kortison-Langzeittherapie eine optimale Vorbeugung für die Knochen. Es lohnt sich deshalb, das Thema selbst anzusprechen – am besten schon, wenn die Therapie geplant wird.[2]

  1. Wie lange und in welcher Dosis nehme ich Kortison voraussichtlich? Ist eine niedrigere Dosis möglich?
  2. Brauche ich eine Knochendichtemessung (DXA)? Laut Leitlinie ab 7,5 mg Prednisolon-Äquivalent über mehr als 3 Monate schon bei der Planung.[1]
  3. Soll mein Vitamin-D-Wert bestimmt werden? Und brauche ich ein Vitamin-D- oder Calcium-Präparat?
  4. Wie hoch ist mein Frakturrisiko – und brauche ich ein Medikament für die Knochen?
  5. Nehme ich weitere Medikamente, die Knochen oder Sturzrisiko beeinflussen? Die Leitlinie nennt u. a. Protonenpumpenhemmer (Magenschutz) bei Langzeiteinnahme, Schilddrüsenhormone und bestimmte Psychopharmaka.[1]
Infografik

Checkliste für den Arzttermin

  1. 1Dauer und Dosis: Wie lange nehme ich Kortison, ist eine niedrigere Dosis möglich?
  2. 2Knochendichte: Brauche ich eine DXA-Messung? Ab 7,5 mg über mehr als 3 Monate schon bei der Planung.
  3. 3Vitamin D: Soll mein 25-OH-Vitamin-D-Wert bestimmt werden, brauche ich ein Präparat?
  4. 4Frakturrisiko: Brauche ich ein Medikament für die Knochen?
  5. 5Weitere Medikamente: z. B. Magenschutz, Schilddrüsenhormone oder Psychopharmaka.

DVO-Leitlinie 2023 [1]. Kortison nie eigenmächtig absetzen oder die Dosis ändern.

Nimmst du dauerhaft Magenschutz? Dann lies auch unsere Übersicht Nahrungsergänzung und Magenschutz (PPI). Einen Überblick über alle Vitamin-D-Themen findest du im Vitamin-D-Ratgeber, alle Tagesmengen in der Tabelle Vitamin D Dosierung: wie viel pro Tag?

7. Was wir nicht wissen

Für jüngere Frauen, Asthma-Spray und Cremes nennt die Leitlinie keine eigenen Zahlen. Ob ein zusätzliches Vitamin-D-Präparat bei gut versorgten Menschen unter Kortison Knochenbrüche verhindert, ist nicht belegt.

Die Kurzfassung der DVO-Leitlinie gilt für Frauen nach den Wechseljahren und für Männer. Für jüngere Frauen und für inhalatives Kortison (Asthma-Spray) oder Cremes gibt sie keine eigenen Zahlen an – das bewertet die Praxis individuell.[1]

  • Ob ein zusätzliches Vitamin-D-Präparat bei gut versorgten Menschen unter Kortison Knochenbrüche verhindert, belegen die von uns geprüften Quellen nicht.
  • Für Vitamin K2 nennt die Leitlinie keine Dosis; sie empfiehlt nur, einen Vitamin-K-Mangel unter Beachtung der Wechselwirkungen mit Blutverdünnern auszugleichen.[1]
  • Unsere Angaben ersetzen keine ärztliche Beratung. Ändere deine Kortison-Therapie nie eigenmächtig.

Weiterlesen im Ratgeber

Alle Artikel findest du im NervaraLab Ratgeber.

8. Häufige Fragen

Sollte man bei Kortison Vitamin D nehmen?

Die DVO-Leitlinie 2023 empfiehlt allen Risikogruppen mindestens 800 I.E. Vitamin D pro Tag über Ernährung, Sonne oder ein Präparat. Ob du ein Präparat brauchst und in welcher Dosis, klärst du mit deiner Praxis – oft wird es zum Kortison gleich mitverordnet.

Wie viel Vitamin D bei Prednisolon?

Einen eigenen Wert für Prednisolon nennt die Leitlinie nicht. Allgemein gelten 800 I.E. pro Tag als empfohlene Dosis; Supplemente sollen 2.000 bis 4.000 I.E. pro Tag nicht überschreiten. Bei zusätzlicher Spritzen- oder Infusionstherapie gegen Osteoporose nennt sie 800 bis 1.000 I.E.

Ab wann schadet Kortison den Knochen?

Der Knochen verliert vor allem in den ersten 3 bis 6 Monaten an Festigkeit. Die DVO-Leitlinie wertet schon weniger als 2,5 mg Prednisolon-Äquivalent über mehr als 3 Monate als Risikofaktor; ab 7,5 mg täglich über mehr als 3 Monate soll schon bei der Planung eine Knochendichtemessung erfolgen.

Brauche ich bei Kortison Calcium-Tabletten?

Die Leitlinie empfiehlt 1000 mg Calcium pro Tag als Gesamtzufuhr aus Essen, Getränken und gegebenenfalls Präparaten. Tabletten kommen nur hinzu, wenn die Ernährung nicht reicht. Bei Nierensteinen gelten Ausnahmen – sprich das mit deiner Praxis ab.

Darf ich Vitamin K2 nehmen, wenn ich Blutverdünner nehme?

Bei Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar oder Warfarin nur nach Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, weil Vitamin K deren Wirkung beeinflussen kann.

Schützt Vitamin D vor Osteoporose durch Kortison?

Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei. Es ist aber kein Schutz vor Osteoporose und ersetzt keine Osteoporose-Therapie. Ob du ein Medikament für die Knochen brauchst, entscheidet die Praxis anhand deines Frakturrisikos.

Kann ich Kortison absetzen, um meine Knochen zu schützen?

Nein. Ändere Dosis oder Dauer nie ohne Rücksprache. Sprich Sorgen um deine Knochen in der Praxis an – dort wird abgewogen, ob eine niedrigere Dosis oder eine andere Behandlung möglich ist.

Quellen

Die Angaben in diesem Artikel stützen sich auf die folgenden Quellen. Zu jeder Quelle steht, welche Aussage sie belegt.

  1. Dachverband Osteologie (DVO) e. V.: „Kurzfassung DVO-Leitlinie 2023 zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und bei Männern“, Version 2.2.
    Belegt: 1000 mg Calcium Gesamtzufuhr, mindestens 800 I.E. Vitamin D, Obergrenze 2.000–4.000 I.E., Bolus max. 20.000 I.E., 800–1.000 I.E. bei parenteraler Therapie, Ausnahmen bei Nierensteinen u. a., Vitamin-K-Mangel und Vitamin-K-Antagonisten, Kraft-/Balancetraining, BMI, Eiweiß ab 65, Nikotin/Alkohol (Tabelle 1); Kortison-Dosisstufen als Risikofaktoren (Tabelle 2.1); Basisdiagnostik bei Planung ≥ 7,5 mg > 3 Monate; Therapieindikation bei T-Score ≤ −1,5 (Tabelle 3.1); Medikamente wie PPI und Schilddrüsenhormone.
  2. Kobza AO, Herman D, Papaioannou A, Lau AN, Adachi JD: „Understanding and Managing Corticosteroid-Induced Osteoporosis“, Open Access Rheumatology 2021;13:177–190.
    Belegt: 30–50 % Osteoporose bei Langzeitanwendung, rascher Verlust in 3–6 Monaten, negative Calciumbilanz, ca. 60 % höheres Hüft- und 160 % höheres Wirbelbruchrisiko, Rückgang nach Therapieende, Brüche bei höherer Knochendichte, nur ca. 15 % optimal versorgt, unklare Datenlage zu Vitamin-D-Stoffwechsel, Bewegung und Ernährung.
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): „Referenzwert Calcium“.
    Belegt: 1000 mg Calcium pro Tag für Erwachsene; Milch und Milchprodukte als beste Quelle; Brokkoli, Grünkohl, Rucola, Samen und Nüsse; calciumreiches Mineralwasser über 150 mg/l.
  4. Verordnung (EU) Nr. 432/2012: „Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben“.
    Belegt: zugelassene Angaben zu Vitamin D und Vitamin K (Erhaltung normaler Knochen).
  5. NervaraLab: „Vitamin D3 + K2 Kapseln“, Produktseite.
    Belegt: 50 µg Vitamin D3 (2.000 I.E.) und 75 µg Vitamin K2 (MK-7) pro Kapsel; Hinweis zu Blutverdünnern; nicht zusätzlich zu weiteren Vitamin-D-Präparaten.

Quellen geprüft am 19.10.2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.


Geschrieben und recherchiert von Yuri Koch. Inhaltlich basierend auf der Kurzfassung der DVO-Leitlinie 2023 und den genannten Quellen. Stand: Oktober 2026.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Verordnete Medikamente nicht eigenmächtig absetzen – das gilt besonders für Kortison.

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