Ashwagandha

Ashwagandha und Schilddrüse: L-Thyroxin, Hashimoto, Überfunktion

Ashwagandha kann Schilddrüsenwerte verschieben. Was Behörden, Studien und Fallberichte zeigen und was bei L-Thyroxin, Hashimoto und Überfunktion gilt.

von Yuri Koch Lesezeit: 14 Minuten
Ashwagandha-Wurzel und Pulver neben einem Tablettenblister
Ashwagandha-Wurzel und Pulver neben einem Tablettenblister

Kurze Antwort: Beim Thema Ashwagandha und Schilddrüse raten Behörden zur Vorsicht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt Hinweise auf eine Beeinflussung der Schilddrüsenfunktion, in der Literatur sind mehrere Fälle einer Schilddrüsenüberfunktion nach der Einnahme beschrieben, und die US-Gesundheitsbehörde NCCIH rät Menschen mit Schilddrüsen- oder Autoimmunerkrankungen von Ashwagandha ab. Wer L-Thyroxin nimmt, Hashimoto oder eine Überfunktion hat, beginnt deshalb nicht auf eigene Faust, sondern spricht vorher mit der behandelnden Ärztin oder dem Endokrinologen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schilddrüse ist einer der Punkte, die Behörden an Ashwagandha kritisch sehen. Das BfR nennt sie in seiner Mitteilung von 2024 neben Leber, Blutzucker und Sexualhormonen. Die Datenlage bezeichnet es als unzureichend.
  • Es gibt mehrere Fallberichte über eine Thyreotoxikose, also ein Zuviel an Schilddrüsenhormon, nach der Einnahme von Ashwagandha. Nach dem Absetzen haben sich die Werte in den beschriebenen Fällen wieder normalisiert.
  • Kleine Studien zeigen verschobene Werte: TSH sank, T3 und T4 stiegen. Genau das macht Ashwagandha bei einer eingestellten L-Thyroxin-Dosis zu einem Thema für die Praxis.
  • Bei Überfunktion, Hashimoto oder anderen Autoimmunerkrankungen rät die US-Behörde NCCIH ausdrücklich von Ashwagandha ab. Die französische ANSES empfiehlt Menschen mit endokrinen Erkrankungen, darauf zu verzichten.
  • In Dänemark ist der Verkauf verboten. In Deutschland ist Ashwagandha erlaubt. Die Entscheidung liegt damit bei dir, und für Schilddrüsenpatienten gehört sie in die ärztliche Sprechstunde.

1. Ashwagandha und Schilddrüse: die kurze Antwort

Ashwagandha (Withania somnifera, auch Schlafbeere) gehört zu den meistverkauften Pflanzenstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln. Rund um die Schilddrüse gibt es dazu viel Halbwissen. Die einen lesen, die Pflanze „unterstütze“ die Schilddrüse, die anderen, sie sei für Schilddrüsenpatienten tabu.

Die sachliche Antwort liegt dazwischen, ist aber ziemlich eindeutig: Ashwagandha kann Schilddrüsenwerte verschieben. Wie stark, bei wem und ab welcher Menge, weiß niemand genau, weil die Daten dafür nicht ausreichen. Für gesunde Menschen ist das ein Punkt unter vielen. Wer dagegen eine Schilddrüsenerkrankung hat, verliert dadurch schnell den Überblick. Das gilt besonders für Menschen, die mit L-Thyroxin auf einen bestimmten TSH-Wert eingestellt sind.

Ausgangslage Einordnung
Keine bekannte Schilddrüsenerkrankung Allgemeine BfR-Hinweise beachten (Leber, Schwangerschaft, Medikamente). Bei Beschwerden wie Herzrasen, Zittern oder ungewolltem Gewichtsverlust absetzen und ärztlich abklären lassen.
Unterfunktion mit L-Thyroxin Nicht ohne Rücksprache kombinieren. Wenn überhaupt, dann nur mit ärztlich geplanter TSH-Kontrolle.
Hashimoto (Autoimmunerkrankung) Die US-Behörde NCCIH rät bei Autoimmun- und Schilddrüsenerkrankungen von Ashwagandha ab. Nur nach ärztlicher Rücksprache.
Überfunktion (z. B. Morbus Basedow, heiße Knoten) Verzichten. Die beschriebenen Fälle betreffen genau diese Richtung, also zu viel Schilddrüsenhormon.
Schwangerschaft, Stillzeit, Lebererkrankung Nach Empfehlung des BfR verzichten, unabhängig von der Schilddrüse.

2. Was Behörden sagen

In der Europäischen Union gibt es bisher keine einheitliche Regelung zu Ashwagandha. Jedes Land bewertet selbst, und die Ergebnisse gehen auseinander. Einig sind sich die Behörden aber in einem Punkt: Die Datenlage zur Sicherheit ist dünn.

Deutschland: das BfR

Im September 2024 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Mitteilung zu Ashwagandha-Präparaten veröffentlicht (Mitteilung 039/2024). Darin heißt es, gesundheitliche Bedenken ergäben sich unter anderem aus „Hinweisen auf eine Beeinflussung der Schilddrüsenfunktion“. Außerdem nennt das BfR Fallberichte über Leberschäden, darunter auch Fälle von akutem Leberversagen, sowie mögliche Effekte auf Blutzucker, Sexualhormone, Nebennieren und Immunsystem.

Ausdrücklich verzichten sollten laut BfR Kinder, Schwangere, Stillende und Menschen mit einer Erkrankung der Leber. Zusätzlich weist das BfR auf mögliche Wechselwirkungen mit Arzneimitteln hin, die Blutzucker, Blutdruck oder Immunsystem regulieren. Eine eigene Empfehlung speziell für Schilddrüsenpatienten enthält die Mitteilung nicht. Das BfR stellt aber fest, dass die vorhandenen Daten für eine verlässliche Risikobewertung nicht ausreichen.

Andere Länder

Land / Behörde Maßnahme Bezug zur Schilddrüse
Dänemark (Fødevarestyrelsen) Verkauf von Ashwagandha-haltigen Lebensmitteln verboten (seit 2023), gestützt auf ein Gutachten der Technischen Universität Dänemarks (DTU) von 2020 Die Behörde nennt mögliche Effekte auf Stoffwechsel, Immunsystem, Nervensystem sowie Sexualhormone und Fortpflanzung.
Frankreich (ANSES) Empfehlung 2024, dass bestimmte Gruppen verzichten Unter anderem Schwangere, Stillende und Menschen mit endokrinen Erkrankungen (Schilddrüse gehört dazu).
Polen Höchstmengen statt Verbot (3 g Ashwagandha bzw. 10 mg Withanolide pro Tag) Kein spezieller Schilddrüsenbezug in der Regelung.
USA (NCCIH, NIH) Keine Zulassung, aber Verbraucherinformation Nicht empfohlen bei Autoimmun- oder Schilddrüsenerkrankungen. Mögliche Wechselwirkung mit Schilddrüsenhormon-Präparaten.

Zur Fairness gehört auch die Gegenseite. Das dänische Gutachten ist in der Fachwelt umstritten. Forschende der University of Mississippi kamen 2024 zu dem Schluss, dass die wissenschaftliche Grundlage für ein Verbot schwach sei. Ein Verbot ist also nicht automatisch der Beweis für eine Gefahr. Für Schilddrüsenpatienten ändert der Streit aber wenig. Selbst die Kritiker bestreiten nicht, dass die Pflanze Hormonwerte verschieben kann. Unklar ist, wie oft und wie stark das geschieht.

Was in Stress- und Entspannungsprodukten üblicherweise steckt und worin sich pflanzliche Stoffe rechtlich von Vitaminen und Mineralstoffen unterscheiden, erklärt unser Artikel Anti-Stress-Präparate: Was drin ist.

3. Was Studien und Fallberichte zeigen

Veränderte TSH-, T3- und T4-Werte

Die bekannteste Untersuchung zu Ashwagandha und Schilddrüsenwerten stammt aus Indien und erschien 2018 im Journal of Alternative and Complementary Medicine. 50 Erwachsene mit subklinischer Unterfunktion, also erhöhtem TSH bei noch normalen Schilddrüsenhormonen, erhielten acht Wochen lang 600 mg Wurzelextrakt pro Tag oder ein Placebo. In der Ashwagandha-Gruppe sank das TSH, T3 und T4 stiegen im Vergleich zu Placebo. 46 Personen beendeten die Studie.

Eine noch kleinere Beobachtung, die das US-amerikanische Office of Dietary Supplements (ODS) zusammenfasst, beschreibt bei drei Männern nach acht Wochen mit 500 mg Extrakt pro Tag leicht gestiegene T4-Werte. Das ODS folgert daraus, dass Ashwagandha mit Schilddrüsenhormon-Präparaten wechselwirken könnte.

Wichtig zur Einordnung: Diese Studien sind klein und kurz. Sie taugen nicht als Beleg für einen Nutzen und sind auch keine Anleitung zur Selbstbehandlung einer Unterfunktion. Sie zeigen aber etwas anderes, und das ist für diesen Artikel entscheidend: Die Werte bewegen sich. Wer seine Schilddrüse mit einer genau abgestimmten Tablettendosis einstellt, will genau das nicht.

Fallberichte über eine Überfunktion

Veröffentlichung Person Befund Verlauf
van der Hooft et al., Niederlande, 2005 Frau, 32 Jahre, vorher gesund Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Zittern und Herzklopfen etwa sechs Wochen nach Beginn der Einnahme, erhöhte Schilddrüsenwerte Normalisierung nach dem Absetzen
Kamal et al., Cureus, 2022 Frau, 73 Jahre, Hashimoto, hatte L-Thyroxin abgesetzt und stattdessen etwa zwei Jahre Ashwagandha genommen Herzrasen (Puls 173), TSH unter 0,01 mIU/l Beschwerden innerhalb von zwei Wochen nach dem Absetzen verschwunden
Hayashi et al., Cureus, 2024 Mann, 47 Jahre, vorher gesund Schmerzlose Schilddrüsenentzündung mit erhöhtem fT3 und fT4 und unterdrücktem TSH Werte nach etwa 50 Tagen ohne Ashwagandha wieder normal

Laut ODS ist in einem der Fallberichte eine ungewöhnlich hohe Dosis dokumentiert (1 950 mg pro Tag über mehr als zwei Monate), in anderen fehlt die Dosisangabe. Einzelfälle beweisen keinen ursächlichen Zusammenhang, und angesichts der vielen Menschen, die Ashwagandha nehmen, sind die Berichte selten. Auffällig ist aber, dass sie alle in dieselbe Richtung weisen: zu viel Schilddrüsenhormon, nicht zu wenig.

4. Ashwagandha und L-Thyroxin

L-Thyroxin (Levothyroxin) ist das Schilddrüsenhormon als Tablette. Es wird so dosiert, dass der TSH-Wert in einem Zielbereich liegt. Nach Beginn der Behandlung wird das TSH laut einer Übersicht im Deutschen Ärzteblatt nach vier bis sechs Wochen kontrolliert, nach jeder Dosisänderung erneut frühestens nach vier Wochen. Das zeigt, wie fein das System austariert ist.

Kommt nun ein Stoff hinzu, der die Hormonwerte in dieselbe Richtung schieben kann, ist das Ergebnis schwer vorherzusagen. Die US-Behörden NCCIH und ODS nennen Schilddrüsenhormon-Präparate ausdrücklich unter den möglichen Wechselwirkungen. Belastbare Studien zur Kombination gibt es nicht. Der Fall aus dem Jahr 2022 zeigt allerdings, was passieren kann, wenn das Präparat die Tablette ersetzen soll.

Die Einnahme von L-Thyroxin

Unabhängig von Ashwagandha gilt für L-Thyroxin laut Packungsbeilage: morgens nüchtern, mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück, unzerkaut mit einem Glas Wasser. Kaffee sollte frühestens 30 bis 60 Minuten später folgen. Eisen- und Calciumpräparate kommen laut Packungsbeilage frühestens zwei Stunden nach der Tablette. Das Forum Schilddrüse nennt diesen Abstand auch für Magnesium und Zink.

Für Ashwagandha gibt es keinen belegten Mindestabstand, weil es dazu keine Daten gibt. Wer es in Absprache mit der Praxis trotzdem nimmt, hält sich an eine einfache Regel: L-Thyroxin allein und nüchtern, alles andere später. Wichtig ist dabei: Der zeitliche Abstand verhindert eine mögliche Störung der Aufnahme im Darm. Eine Wirkung auf die Schilddrüse selbst verhindert er nicht. Deshalb ersetzt der Abstand nicht die Rücksprache und nicht die Laborkontrolle.

Wie viel Abstand Mineralstoffe zur Schilddrüsentablette brauchen, steht ausführlich in Magnesium und L-Thyroxin: der richtige Abstand. Welche Nährstoffe sich generell gut kombinieren lassen, zeigt die Tabelle in Nahrungsergänzung kombinieren.

5. Ashwagandha bei Hashimoto und Unterfunktion

Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung. Das Immunsystem richtet sich gegen die eigene Schilddrüse, die mit der Zeit weniger Hormon bildet. Die meisten Betroffenen nehmen deshalb L-Thyroxin. Für diese Gruppe kommen zwei Punkte zusammen:

  • Die Schilddrüse: Siehe Abschnitt 4. Verschobene Werte bei eingestellter Tablettendosis.
  • Das Immunsystem: Das BfR nennt mögliche Effekte auf das Immunsystem, und die NCCIH rät Menschen mit Autoimmunerkrankungen allgemein von Ashwagandha ab.

Hinzu kommt: Bei Hashimoto wird die L-Thyroxin-Dosis regelmäßig an den Verlauf angepasst. Ein Präparat, das zusätzlich die Hormonwerte beeinflussen kann, macht es schwerer zu erkennen, ob sich die Erkrankung verändert hat oder nur die Einnahme.

Online wird Ashwagandha gelegentlich als „natürliche Alternative“ bei Unterfunktion beworben. Das ist rechtlich unzulässig, weil für Ashwagandha keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen ist. Vor allem ist es gefährlich, wenn deshalb L-Thyroxin abgesetzt wird. Der Fallbericht von 2022 beschreibt genau diese Situation: Eine Hashimoto-Patientin ersetzte ihre Tablette durch Ashwagandha und kam mit Herzrasen in die Klinik. Nach dem Absetzen fiel sie in die Unterfunktion zurück. Die Grunderkrankung war die ganze Zeit da.

6. Ashwagandha bei Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer Überfunktion ist die Lage am klarsten. Ob Morbus Basedow (ebenfalls eine Autoimmunerkrankung), autonome „heiße“ Knoten oder eine Überfunktion unter Behandlung mit Thyreostatika: Alle beschriebenen Nebenwirkungen an der Schilddrüse gehen in Richtung zu viel Hormon. Dazu gehören Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Zittern und Gewichtsverlust.

Wer ohnehin mit einem Zuviel zu kämpfen hat oder medikamentös gegensteuert, hat keinen vernünftigen Grund, dieses Risiko einzugehen. NCCIH und ANSES raten Menschen mit Schilddrüsen- bzw. endokrinen Erkrankungen von Ashwagandha ab. Eine Kombination mit Thyreostatika wie Thiamazol ist nicht untersucht. Unser Rat bei einer Überfunktion lautet deshalb: verzichten. Wer es trotzdem erwägt, bespricht das vorher mit dem Endokrinologen.

Warnzeichen, bei denen man Ashwagandha sofort absetzt und ärztlich abklären lässt, egal ob eine Schilddrüsenerkrankung bekannt ist:

  • Herzrasen oder Herzstolpern in Ruhe
  • neues Zittern, innere Unruhe, Schwitzen
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Gelbfärbung von Haut oder Augen, dunkler Urin, Juckreiz (Hinweis auf die Leber, siehe BfR)

7. Schilddrüsenwerte richtig einordnen

Wenn du Ashwagandha nimmst und deine Schilddrüsenwerte kontrolliert werden, ist die wichtigste Maßnahme einfach: Sag es. Nahrungsergänzungsmittel gehören auf den Medikamentenplan, auch wenn nicht immer danach gefragt wird. Ein unerwartet niedriges TSH bei gleicher L-Thyroxin-Dosis sieht sonst aus wie ein Dosierungsproblem, und die Tablettendosis wird verändert, obwohl eigentlich die Kapsel dahintersteckt.

Ein zweiter Punkt betrifft viele Kombipräparate: Biotin. Es steckt häufig in Multivitaminen, B-Komplexen und Haar-Haut-Produkten. Biotin verändert die Schilddrüse nicht, kann aber viele Labortests für TSH, fT3 und fT4 verfälschen, je nach Testverfahren nach oben oder unten. Das Forum Schilddrüse rät daher, eine Biotin-Einnahme vor der Blutabnahme offenzulegen. Wer Ashwagandha und Biotin gleichzeitig nimmt, kann bei einem auffälligen Befund kaum noch sagen, ob sich die Schilddrüse verändert hat oder nur die Messung.

Einflussfaktor Was passiert Was du tust
Ashwagandha Kann die tatsächlichen Hormonwerte verschieben (Einzelfälle, kleine Studien) Einnahme in der Praxis angeben, Zeitpunkt des Beginns notieren
Biotin (ab ca. 150 µg/Tag) Verfälscht die Messung, nicht die Schilddrüse Zwei bis drei Tage vor der Blutabnahme pausieren und angeben
Mineralstoffe zu nah an der Tablette Weniger Hormon wird aufgenommen, das TSH kann steigen Mindestens zwei Stunden Abstand

Wie lange Biotin vor dem Termin pausiert werden sollte und warum, erklärt Biotin vor der Blutabnahme absetzen.

8. Was du konkret tust

  1. Vor dem Start sprechen. Bei einer bekannten Schilddrüsenerkrankung klärst du Ashwagandha vorher mit der Hausärztin, dem Endokrinologen oder der Nuklearmedizin ab. Das ist keine Formalie, sondern die einzige Stelle, an der jemand deine Werte und deine Vorgeschichte kennt.
  2. Keine Tablette ersetzen. Ashwagandha ist kein Ersatz für L-Thyroxin oder Thyreostatika. Die Dosis wird nie eigenmächtig verändert.
  3. Kontrolle planen. Wenn du dich gemeinsam mit der Praxis für einen Versuch entscheidest, legt ihr vorher fest, wann das TSH kontrolliert wird. Als Orientierung dient das Intervall nach einer Dosisänderung, also nach etwa vier bis sechs Wochen.
  4. Die Morgenroutine trennen. L-Thyroxin nüchtern mit Wasser, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück. Nahrungsergänzungen kommen danach, Mineralstoffe mit mindestens zwei Stunden Abstand.
  5. Die Menge im Blick behalten. Die Verbraucherzentrale NRW fand 2026 bei einem Marktcheck von 73 Produkten Tagesdosen zwischen 50 und 6 000 mg Ashwagandha. Mehrere Produkte mit Ashwagandha, zum Beispiel ein Einzelpräparat und ein Stress-Komplex, addieren sich.
  6. Bei Warnzeichen absetzen. Herzrasen, Zittern, Gewichtsverlust oder Gelbfärbung der Haut sind ein Grund, sofort aufzuhören und die Werte kontrollieren zu lassen.

Das gilt auch für unser eigenes Produkt. Unsere Ashwagandha Kapseln enthalten 600 mg Wurzelextrakt pro Tagesportion (2 Kapseln). Wenn du Schilddrüsenmedikamente nimmst, Hashimoto oder eine Überfunktion hast, gilt alles oben Gesagte ohne Ausnahme. Wir schreiben das lieber selbst, als es dem Zufall zu überlassen. Alles zu Dosierung, Einnahmezeitpunkt und Einnahmedauer ohne Vorerkrankung steht in Ashwagandha Kapseln: Dosierung und Einnahme.

Hinweise: Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung und ist keine Anleitung zur Selbstbehandlung. Nach Empfehlung des BfR sollten Kinder, Schwangere, Stillende und Menschen mit Lebererkrankungen auf Ashwagandha verzichten. Bei Einnahme von Medikamenten gehört jede Ergänzung ärztlich abgeklärt. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren.

9. Häufige Fragen

Beeinflusst Ashwagandha die Schilddrüse?

Das ist möglich. Das BfR nennt Hinweise auf eine Beeinflussung der Schilddrüsenfunktion, kleine Studien zeigen verschobene TSH-, T3- und T4-Werte, und es gibt mehrere Fallberichte über eine Überfunktion nach der Einnahme. Wie häufig das vorkommt, ist wegen der dünnen Datenlage unklar.

Darf ich Ashwagandha und L-Thyroxin zusammen nehmen?

Nicht ohne Rücksprache. US-Behörden nennen Schilddrüsenhormon-Präparate ausdrücklich unter den möglichen Wechselwirkungen, und Studien zur Kombination fehlen. Wenn die Praxis zustimmt, sollte eine TSH-Kontrolle nach einigen Wochen eingeplant werden.

Wie viel Abstand brauchen Ashwagandha und L-Thyroxin?

Einen belegten Mindestabstand gibt es nicht. L-Thyroxin wird laut Packungsbeilage morgens nüchtern mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück mit Wasser genommen, Nahrungsergänzungen kommen danach. Der Abstand verhindert aber keine Wirkung auf die Schilddrüse selbst.

Ist Ashwagandha bei Hashimoto erlaubt?

Verboten ist es in Deutschland nicht, aber die US-Behörde NCCIH rät Menschen mit Autoimmun- und Schilddrüsenerkrankungen davon ab. Bei Hashimoto kommen zwei mögliche Einflüsse zusammen: auf die Schilddrüsenwerte und auf das Immunsystem. Deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache.

Kann Ashwagandha eine Schilddrüsenüberfunktion auslösen?

In Einzelfällen wurde das beschrieben, zum Beispiel 2005 bei einer 32-jährigen Frau und 2024 bei einem 47-jährigen Mann. In den Berichten normalisierten sich die Werte nach dem Absetzen. Ein ursächlicher Zusammenhang ist durch Einzelfälle nicht bewiesen.

Sollte man Ashwagandha bei Schilddrüsenüberfunktion meiden?

Ja. Alle beschriebenen Nebenwirkungen an der Schilddrüse gehen in Richtung zu viel Hormon, und NCCIH sowie die französische ANSES raten Menschen mit Schilddrüsen- bzw. endokrinen Erkrankungen ab. Die Kombination mit Thyreostatika ist nicht untersucht.

Kann Ashwagandha eine Schilddrüsenunterfunktion behandeln?

Nein. Für Ashwagandha ist in der EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen, und es ist kein Ersatz für L-Thyroxin. Ein Fallbericht von 2022 beschreibt eine Hashimoto-Patientin, die ihre Tablette durch Ashwagandha ersetzte und mit Herzrasen in die Klinik kam.

Verändert Ashwagandha den TSH-Wert?

In einer kleinen Studie mit Menschen mit subklinischer Unterfunktion sank das TSH unter 600 mg Wurzelextrakt pro Tag im Vergleich zu Placebo. Wer Ashwagandha nimmt, sollte das deshalb vor jeder Schilddrüsenkontrolle angeben.

Warum ist Ashwagandha in Dänemark verboten?

Die dänische Lebensmittelbehörde stützt sich auf ein Gutachten der Technischen Universität Dänemarks von 2020. Genannt werden mögliche Effekte auf Sexualhormone, Fortpflanzung, Stoffwechsel, Immun- und Nervensystem. Das Gutachten ist in der Fachwelt umstritten, in Deutschland ist Ashwagandha erlaubt.

Muss ich Ashwagandha vor der Blutabnahme absetzen?

Eine feste Pause wie bei Biotin gibt es nicht, weil Ashwagandha die Messung nicht stört, sondern möglicherweise die Werte selbst. Wichtig ist, die Einnahme in der Praxis anzugeben. Biotin aus Kombipräparaten sollte dagegen zwei bis drei Tage vorher pausiert werden.


Geschrieben und recherchiert von der NervaraLab Redaktion. Inhaltlich geprüft auf Konformität mit der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006. Stand: Oktober 2026.

Quellen:
1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Ashwagandha: Schlafbeeren-Präparate mit möglichen Gesundheitsrisiken, Mitteilung 039/2024, 10. September 2024. www.bfr.bund.de
2. Deutsches Ärzteblatt: Bundesinstitut warnt vor Schlafbeerenpräparaten, 11. September 2024. www.aerzteblatt.de
3. National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH, NIH): Ashwagandha: Usefulness and Safety. www.nccih.nih.gov
4. Office of Dietary Supplements (ODS, NIH): Ashwagandha – Health Professional Fact Sheet (inkl. Verweis auf ANSES 2024). ods.od.nih.gov
5. Fødevarestyrelsen (Dänemark): Ashwagandha i kosttilskud og drikkevarer. foedevarestyrelsen.dk
6. McGill Office for Science and Society: Why did Denmark ban Ashwagandha?, 2024. www.mcgill.ca
7. University of Mississippi: UM Researchers Review Reasoning for Nordic Ashwagandha Ban, April 2024. olemiss.edu
8. Verbraucherzentrale NRW: Ashwagandha in Nahrungsergänzungsmitteln, Marktcheck-Bericht, 20. April 2026. www.verbraucherzentrale.de
9. Sharma AK, Basu I, Singh S: Efficacy and Safety of Ashwagandha Root Extract in Subclinical Hypothyroid Patients: A Double-Blind, Randomized Placebo-Controlled Trial. J Altern Complement Med, 2018 (PubMed 28829155). pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
10. van der Hooft CS et al.: [Thyrotoxicosis following the use of ashwagandha]. Ned Tijdschr Geneeskd, 2005;149:2637–8 (PubMed 16355578). pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
11. Kamal HI et al.: Ashwagandha as a Unique Cause of Thyrotoxicosis Presenting With Supraventricular Tachycardia. Cureus, 2022 (PubMed 35475098). pmc.ncbi.nlm.nih.gov
12. Hayashi et al.: Painless Thyroiditis by Withania somnifera (Ashwagandha). Cureus, 2024. pmc.ncbi.nlm.nih.gov
13. LiverTox (NCBI Bookshelf): Ashwagandha, Update 2024. www.ncbi.nlm.nih.gov
14. Feldkamp J: Schilddrüsenerkrankungen: L-Thyroxin sinnvoll einsetzen. Deutsches Ärzteblatt, 2024. www.aerzteblatt.de
15. Gebrauchsinformation L-Thyroxin Henning (Dosierung, Art der Anwendung, Abstände). www.shop-apotheke.com
16. Forum Schilddrüse e.V.: L-Thyroxin und mögliche Wechselwirkungen, 2023. www.forum-schilddruese.de

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.

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